Lokale Wirtschaft

Das blaue Band der Innovation

Draußen streifte frei nach Mörike der Frühling ahnungsvoll das Land, drinnen, im gut besuchten Foyer der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule präsentierten am vergangenen Freitag angehende Gebäudesystemtechniker kompetent innovative Gebäudetechnik mit dem Ziel, Energie so ökonomisch wie möglich zu nutzen und dabei den Geldbeutel zu schonen.

NÜRTINGEN In einer kurzen Ansprache begrüßte der Leiter der Nürtinger Philipp-Matthäus-Hahn-Schule, Harald Fano, die anwesenden Gäste, darunter ausdrücklich die Vertreter der Betriebe, und wies auf die Besonderheit der Fachschule für Gebäudesystemtechnik hin. Sie sei die einzige ihrer Art in der gesamten Bundesrepublik, führe in zwei Jahren zum staatlich geprüften Techniker inklusive Fachhochschulreife und habe sich bisher bestens als "Türöffner" ins Berufsleben bewährt.

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Danach zitierte der Leiter der Technikerschule, Joachim Spatz, Eduard Mörikes Gedicht "Er ist's" und verglich das blaue Band des Frühlings mit dem blauen Band technischer Innovation. Ständige Aufbruchstimmung und Projektarbeit als gängiges Moment seien bezeichnend für die Schule, und das gehe natürlich nur durch intensive Zusammenarbeit mit Partnerfirmen, für deren Unterstützung er sich bedankte.

Im Anschluss folgte die Präsentation der einzelnen Projektgruppen, und zwar durchaus mit Lokalkolorit. Anna-Verena Deist, Matthias Hölz und Rainer Peschel hatten sich das Gebäude der Nürtinger Firma "fohhn" ausgeguckt und stellten sich die Aufgabe, Energie-Einsparpotenziale an der Haustechnik zu finden. Komponenten wie Wärmeschutzverglasung, Dämmung, Optimierung der Heizungsanlage und des Beleuchtungssystems wurden genannt und einer Kosten-Nutzen-Analyse unterzogen. Besonders beeindruckend war, angepasst an die jeweilige Tageszeit, die Demonstration einer Lichtsteuerung.

Claus Hoffmann, Alexander Hurst und Manfred Maier entwarfen zur Freude und mit Unterstützung des Trägervereins ein Energie- und Sanierungskonzept für das Fabrikationsgebäude der Alten Seegrasspinnerei in Nürtingen. Abhängig von den Nutzungsplänen beschrieben sie Umbaumaßnahmen, gingen auf Lehmbauweise, Wärmedämmung, Auflagen des Denkmalamts, Elektrik, Lüftungsanlage, Photovoltaik sowie Einspareffekte bei Regenwassernutzung ein und stellten sich auch die Frage nach Investitionskosten und Amortisation.

Wer auf den Geschmack gekommen war, konnte danach zwecks Wissensvertiefung zu den im Foyer aufgebauten Messeständen pilgern, um sich über weitere Projektarbeiten zu informieren, wie "Innovative Gebäudetechnik für das Berberdorf in Esslingen", "Das 'Hype' ein Zukunftskonzept für Jugendeinrichtungen", "Vergleich von Niedrigenergie- und Passivhaus" und "Ist Sanierung zu Niedrigenergie- beziehungsweise Passivhausstandard möglich?" Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass der Leiter der Fachschule für Gebäudesystemtechnik, Joachim Spatz, von seinen Schülern einen Riesengeschenkkorb überreicht bekam. Als Dankeschön dafür, ihn bis 23 Uhr anrufen zu dürfen.

pm