Lokale Wirtschaft

Defizit und Schulden gesenkt

Gemeinderat stellt Jahresabschluss 2007 der Kirchheimer Stadtwerke fest

Die Kirchheimer Stadtwerke haben das Jahr 2007 mit einem Verlust von rund 200 000 Euro abgeschlossen. Das Defizit konnte somit gegenüber dem Vorjahr erheblich gesenkt werden: 2006 hatte es immerhin noch 564 000 Euro betragen.

Andreas Volz

Kirchheim. Die Kirchheimer Stadtwerke bestehen aus den Betriebszweigen „Wasserversorgung“, „Parkierung“ und „Bäder“. Wasserversorgung und der Parkhausverpachtungsbetrieb bilden einen steuerlichen Verbund. Der Vorteil dieses Verbunds liegt darin, dass sich die Gewinne oder auch die Verluste dieser beiden Betriebszweige steuerlich verrechnen lassen. Dadurch hat der Betriebszweig Wasserversorgung, der immer Gewinn erwirtschaftet, aus diesem Gewinn weniger Steuern zu zahlen. Grund dafür sind die Verluste, die der Parkhausbetrieb einfährt. Im Unternehmensergebnis sah das 2007 so aus, dass die Wasserversorgung unter dem Strich einen Gewinn von 456 000 Euro ausweist, der Parkhausbetrieb dagegen einen Verlust von 104 000 Euro.

Demgegenüber ist beim Bäderbetrieb die Gewinnerzielungsabsicht ausgeschlossen, weswegen der Betriebszweig „Bäder“ auch nicht zum steuerlichen Verbund der beiden anderen Zweige gehört. Der Verlust des Bäderbetriebs belief sich 2007 „nur“ auf 553 000 Euro. Dieses vergleichsweise geringe Defizit kommt aber nur dadurch zustande, dass der Bäderbetrieb mit einer hohen Eigenkapitalquote ausgestattet ist und deshalb der Stadt kurzfristig Kassenkredite gewähren konnte. Die Zinsen für die­se Kredite verbessern das Betriebsergebnis gewaltig. Ohne diese Zinseinnahmen würde der Verlust bei 940 000 Euro liegen.

Bei der Vorstellung des konsolidierten Jahresabschlusses und des Lageberichts der Stadtwerke für das Wirtschaftsjahr 2007 ging Stadtkämmerer Herbert Sedlaczek-Kohl auch auf das Thema „Wasserverlust“ ein: Gegenüber den 17,6 Prozent im Jahr 2006 sei es gelungen, den Wasserverlust auf 14,9 Prozent zu reduzieren. Für 2008 sei ein weiterer Rückgang zu erwarten. Der beste Wert der vergangenen acht Jahre war 2004 mit 11,3 Prozent zu verzeichnen gewesen.

Was 2007 ebenfalls reduziert wurde, ist der Schuldenstand der Kirchheimer Stadtwerke – wenn auch nur leicht. Waren die Schulden 2006 noch von über sieben Millionen auf unter 3,5 Millionen Euro mehr als halbiert worden, so sind sie 2007 „nur“ um gut 200 000 Euro verringert worden. Die Pro-Kopf-Verschuldung lag damit Ende 2007 bei 82,16 Euro.

Der Gemeinderat hat den Jahresabschluss einstimmig festgestellt und die Betriebsleitung entlastet.

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