Kirchheim

Den Glocken festliche Töne entlocken

Konzert Das amerikanische Duo „Belltree“ bringt mit ihren Handglocken die Kirchheimer Christuskriche zum Klingen. Als Instrument sind sie auf dem europäischen Festland nahezu unbekannt.

Die Amerikaner Erin und Ben Roundtree haben als Belltree-Duo das Publikum begeistert. Der Erlös des Konzerts kommt Kindern aus f
Die Amerikaner Erin und Ben Roundtree haben als Belltree-Duo das Publikum begeistert. Der Erlös des Konzerts kommt Kindern aus finanziell schwachen Familien zugute, um ihnen den Besuch eines Schwimmkurses zu ermöglichen. Foto: Häußermann

Am heiligen Abend läutet in manchen Familien ein silberhelles Glöckchen die Bescherung ein. In „Drei Nüsse für Aschenbrödel“, dem tschechischen TV-Weihnachtsklassiker, lässt man sich vom Klang der Schlittenglocken gerne in die heile Märchenwelt entführen. Und in vielen Weihnachtsliedern hört man die Glocken schallen. Man könnte sich da fragen, warum Glocken als Instrument so wenig verbreitet sind?

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Erin und Ben Roundtree brachten in der Kirchheimer Christuskirche als Handglocken-Duo „Belltree“ zum Klingen. Sie sind damit der Einladung des Vereins „Diakonie und Gemeinde e.V. Kirchheim“ gefolgt. Dieser unterstützt mit seinen Mitgliedsbeiträgen und Aktivitäten die Arbeit der Diakonischen Bezirksstelle Kirchheim unter Teck.

Handglocken als Musikinstrument, als Duett oder sogar in ganzen Chören, sind in Deutschland und Kontinentaleuropa nahezu unbekannt. Die Ursprünge der Handglockenmusik liegen in England im 16. und 17. Jahrhundert. Von dort aus ging es später nach Amerika, wo sie ab den 1960er-Jahren weite Verbreitung fand.

Musikpastor Ben Roundtree kam 2017 mit seiner Familie aus den USA nach Rötenberg im Schwarzwald. Als Komponist, Arrangeur und Solist hat er sich der Tuba und der Bass-Posaune verschrieben. Das Glockenspiel ist musikalisch gesehen seine zweite große Liebe. Diese Liebe teilt er mit seiner Frau Erin, von deren Mutter er das Handglockenspiel erlernte.

In der gut gefüllten Christuskirche ließ sich das Publikum vom ersten Stück an faszinieren. Lieder wie „Süßer die Glocken nie klingen“ oder „Jingle Bells“, von den zwei Künstlern auf vielen unterschiedlichen Handglocken über fünf Oktaven gespielt, begegneten den Hörern ganz neu und unverbraucht. Im Programm wechselten traditionelle Stücke mit solchen, die das Roundtree Duo von seinen musikalischen Reisen, z.B. in die Ukraine oder Irland mitgebracht hat. Die Auswahl der Stücke, mal leise und sacht, mal rhythmisch komplex und immer wieder ergänzt von Texten aus der biblischen Weihnachtsbotschaft, gelesen von den beiden Töchtern der Roundtree‘s, berührte die Konzertbesucher. Weitere Höhepunkte des Abends waren die Stücke, bei denen es für die Zuhörerinnen und Zuhörer Gelegenheit zum Mitsingen gab - zusätzlich begleitet von der Trompeterin Kathrin Cheney - und jene, bei denen sich das Belltree-Duo - digital unterstützt - „vervielfältige“ und sich mehrstimmig selbst begleitete. re