Lokale Wirtschaft

Den persönlichen Kontakt im Auge

Während der Sommerferien öffnen 31 Firmen ihre Türen für junge Leute. Welcher Beruf ist der richtige für mich? Wie geht es überhaupt in einem Betrieb zu? Gibt es Alternativen zu meinem Traumjob? Es gibt viele Fragen, die sich für einen Schüler bei der Berufswahl stellen. Antworten soll die Aktion Betriebsferien geben. Während der Sommerferien öffnen 31 Firmen aus dem gesamten Kreis ihre Werkstore für junge Leute.

KORNELIUS FRITZ

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KREIS ESSLINGEN Montags zum Förster, dienstags aufs Landratsamt, mittwochs zu Metabo so könnte die Woche für die Teilnehmer der Aktion Betriebsferien aussehen. Sechs Wochen dauern die Sommerferien, in dieser Zeit informiert jeden Tag ein anderer Betrieb über seine vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten. Mit dabei sind Großunternehmen wie Festo oder Eberspächer, aber auch viele mittelständische Industriebetriebe, Einzelhändler und Handwerker.

Die Idee für die Ausbildungstournee hatte der Wirtschaftsförderer des Ladndkreises, Markus Grupp: "Gut ausgebildetes Personal ist ein wichtiger Standortfaktor für die Unternehmen vor Ort", erklärt Grupp, warum die Aktion in seinen Zuständigkeitsbereich fällt.

Das Angebot soll sich vor allem an junge Leute richten, die mit der Berufswahl noch etwas Zeit haben: "Wir wollen Jugendliche und Betriebe frühzeitig zusammenführen", erklärt Landrat Heinz Eininger. Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahre an Haupt- und Realschulen, aber auch Gymnasiasten, die mit einer betrieblichen Ausbildung liebäugeln. Sie sollen die Möglichkeit bekommen, ganz unverbindlich, die unterschiedlichsten Berufe kennen zu lernen. Eininger hofft, dass dabei mancher Bewerber auch neue Anregungen für die Berufswahl findet, damit nicht alle Jungs Automechaniker und alle Mädchen Friseurin werden wollen.

Immerhin gibt es in Deutschland rund 400 verschiedene Ausbildungsberufe. Ganz so viele werden in den sechs Wochen zwar nicht vorgestellt, doch die Bandbreite reicht von Klassikern wie Verkäuferin oder Bankkaufmann bis zu exotischen Berufen wie Verpackungsmittelmechaniker oder Fachkraft für Lebensmitteltechnik. Wichtig war den Organisatoren der Aktion, dass die Interessenten nicht nur im Pulk durch die Werkshallen geschleust werden, sondern auch viel Zeit für persönliche Gespräche mit den Ausbildern und Lehrlingen des Unternehmens bleibt. Deswegen wurde die Teilnehmerzahl pro Firma auf 20 Personen begrenzt. Damit trotzdem möglichst viele Schüler die Chance haben, in einen Betrieb hineinzuschnuppern, muss sich jeder Teilnehmer auf maximal drei Firmenbesuche beschränken. Eininger hofft, dass auch schwächere Schüler durch den persönlichen Kontakt zum Betrieb bessere Chancen haben, eine Lehrstelle zu ergattern. Der Landrat denkt da besonders an die Hauptschüler, für die die Jobsuche angesichts der großen Konkurrenz immer härter wird.

Diesem Problem widmet sich auch ein Förderpreis, den der Landkreis in diesem Jahr erstmals vergibt. Dabei sollen Schulen ausgezeichnet werden, die neue Konzepte entwickelt haben, um Hauptschülern den Berufseinstieg zu erleichtern.

Das Programmheft mit allen teilnehmenden Firmen, Terminen und Anmeldekarte ist erhältlich beim Landratsamt Esslingen, Telefon 07 11/39 02 24 91, bei den Stadt- und Gemeindeverwaltungen sowie in vielen Schulen. Eine Anmeldung ist auch über das Internet möglich. www.betriebsferien-es.de