Lokale Kultur

Der Beginn einer neuen Ära wurde eingeleitet

HAYINGEN Beim Naturtheater Hayingen wird eine neue Ära eingeleitet. Nachdem Heinz Schleker jahrelang als Geschäftsführer tätig war, hat er nun sein Amt abgegeben und die bislang von ihm geleistete Arbeit wird auf viele Schultern verteilt. Damit ist auch der Bestand des Theaters vorerst gesichert. Dieses Jahr steht das Stück "Der Schmid von Hayingen" von Marianne Scherrmann auf dem Spielplan. Regie führt wie auch im letzten Jahr Isolde Alber. Für viel Musik sorgt erneut Uli Bühl.

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Es sei kein Bruch, versichern Rupert Rosenstock und Marc-Philipp Knorr, die nun für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig sind. Die neue Truppe will im Stil von Heinz Schleker weitermachen, der nach vielen Jahren die Geschäftsführung abgegeben hat. Nun tragen viele Schultern die Last der Organisation des Naturtheaters alles begeisterte Mitspieler, die das Projekt nun auf neue Weise unterstützen.

Das Naturtheater Hayingen hat eine lange Tradition. 1947 hat es als Kindertheater angefangen. Seit 1948 werden dort schon Erwachsenen-Stücke gespielt. Bis 1968 stammten sie aus der Feder von Martin Schleker senior, dann hat sie Martin Schleker junior geschrieben. Das Naturtheater hat sich weit über die Grenzen der Region den Ruf eines Theaters mit Anspruch und Niveau erworben. Schleker-Stücke garantieren Qualität, und auch die Musik sei sie nun von Uli Bühl aus Unlingen oder von Gisela O'Grady-Pfeiffer erfüllt immer den hohen Anspruch der Besucher.

Bis von Stuttgart, Ravensburg, vom Bodensee oder Ulm kommen die Zuschauer regelmäßig auf die Alb. 1,1 Millionen Gäste waren es seit 1949 in Hayingen. "Das Naturtheater übt einen besonderen Reiz aus", sagen Marc-Philipp Knorr und Rupert Rosenstock. Die Zuschauer können den Blick auf der großen Bühne schweifen lassen, da passiert immer was, "eingebettet in eine natürliche Landschaft", meint Rupert Rosenstock.

Die Fortsetzung dieser Erfolgsgeschichte der Naturbühne stand und steht aber nicht nur wegen des Rückzugs von Heinz Schleker aus der Geschäftsführung auf der Kippe. Auch die Besucherzahlen der vergangenen Saison machen Sorgen. Waren es 2004 noch 23 000 Zuschauer, kamen zu "Onser Schiller" nur 9 000 Gäste. "Nochmals eine solche Saison überlebt das Naturtheater nicht", meint Rosenstock. Das will die neue Mannschaft um Peter Edelburg und Stefan Schmid in der Geschäftsführung verhindern. Neuanfang mit alter und auch neuer Tradition so soll das Theater weitergeführt werden. Das drückt sich auch im Stück aus, das für diese Saison gewählt wurde: "Der Schmid von Hayingen" war 1948 schon mal geplant, wurde dann aber von der Militärregierung untersagt. Knapp 60 Jahre später erfährt es seine Wiederentdeckung.

Rund 60 Darsteller tummelten sich im vergangenen Jahr auf der Bühne alles freiwillige und ehrenamtliche Akteure. Jeder, der mitmachen will, soll dies auch können, lautet die Philosophie der Macher. Vor allem Familien sollen angesprochen werden und das künftig auch bei den Eintrittskarten: Wenn dieses Jahr erfolgreich vorüber geht, ist geplant, nächstes Jahr Familienrabatte einzuführen, meint Marc-Philipp Knorr. "Familien sind für uns wichtig."

Gespielt wird von Sonntag, 9. Juli, bis Sonntag, 10. September, immer sonntags um 14.30 Uhr, und samstags 20 Uhr. Karten für die Vorstellungen können im Internet unter der Adresse www.Naturtheater-Hayingen.de oder unter der Rufnummer 0 73 86/2 86 bestellt werden.

pm