Lokale Kultur

Der "Pulex irritans" und seine Angst vor Höhe und Wasser

KIRCHHEIM Mit bloßem Auge waren die waghalsigen Kunststücke kaum wahrzunehmen, die "Alfongs" vollführte, und das verwundert nicht.

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WOLF-DIETER TRUPPAT

Flöhe sind schließlich sehr klein und vor allem dann sehr flach, wenn man vorher ganz gezielt "starken Druck" auf sie ausgeübt hat.

Der international anerkannte "Flohologe" Professor Cratzleigh alias fleaologist Peter Freeman, gastierte am Donnerstagabend mit seinem eindrucksvoll kleinen Zirkusrund im Spitalkeller der Kirchheimer Volkshochschule. Dort sorgte er für eine höchst vergnügliche Nachhilfestunde, die vorwiegend schon vorhandene Englischkenntnisse förderte, aber auch wichtige Grundbestandteile der französischen Sprache vermittelte oui, oui.

Zentrales Weiterbildungsziel der Veranstaltung war es aber, das im Publikum anfangs nur rudimentäre Wissen über die Spezies "Pulex irritans" wie der Lateiner den gemeinen Floh oder "the common flea" bezeichnet entscheidend zu vermehren. Eine erstaunlich große Zahl der britischen "community" Kirchheims hatte sich für diese interkulturelle und fachübergreifende Weiterbildungsveranstaltung mobilisieren lassen, deren Teilnehmer dann auch intensiv zum Gelingen des hohe Anforderungen stellenden Abends beitragen mussten.

Nicht Intellekt, sondern vor allem Imagination war gefragt, wenn "Professor Cratzleigh" sein Publikum in die an eine Geheimwissenschaft erinnernde "fleaology" einführte. Vor dem ersten Kraftakt des immer wieder im Rampenlicht stehenden Flohs "Alfongs" sorgte dessen erste unter dem Vergrößerungsglas deutlich wahrnehmbare Reaktion für Irritation und Erregtheit bei seinem Lehrmeister. Immer mehr Menschen mit ungemein "schönen" Namen aus dem Publikum hatten das Sagen und stellten alle auch "ungemein kluge" und den kurzweiligen Abend weitertreibende Fragen.

Die großartige Einführung in die wundersame Welt winziger Flöhe war trotz der angekündigten "zahlreichen Experimente" eher humor- und theorielastig, doch "Zirkusdirektor" Peter Freeman verstand es, nicht nur "Alfongs" zu Höchstleistungen anzuspornen, sondern auch das Publikum blendend zu unterhalten.

Da Flöhe nun einmal nicht gerne durch brennende Reifen springen, musste der wasserscheue und unter Höhenangst leidende "Alfongs" sich gegen Ende der Vorführung vom Hochseil ausgerechnet in ein vorbereitetes Wasserglas stürzen, das er dann auch nur ganz knapp verfehlte.

Am viel zu frühen Ende ging er nach einem weiteren Absturz völlig verlustig. Als "Alfongs" glücklicherweise im duftumwehten Reich getragener Socken wieder auftauchte, war er plötzlich ein ganz anderer . . .