Lokale Kultur

"Der Schöne und das Biest"

KIRCHHEIM Dass Helge Thun gut ist, hat sich längst herumgesprochen. Dass er enorm vielseitig ist, hat er in der Region mit unterschiedlichsten Programmen als Solist oder

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WOLF-DIETER TRUPPAT

in wechselnder Begleitung ebenfalls überzeugend unter Beweis gestellt. Sein jüngster Auftritt im Lindorfer Bürgerhaus machte deutlich, dass er mit Heiner Kondschak zweifellos einen kongenialen Partner an seiner Seite hat.

Nicht nur auf den ersten Blick will Heiner Kondschak freilich mit Helge Thuns glänzenden Lackschuhen und souverän aber doch voll erkennbarem Stolz getragenen Designer-Klamotten nicht harmonieren. "Das Biest" trägt sein Haar lang und offen und im Gegensatz zu Helge Thun nicht unbedingt nur Kleider, "die seiner" Mutter gefallen. Dafür musste für ihn allerdings auch noch nie ein unschuldiges Sofa erschossen werden, um als schillernd bunter Bühnen-Frack zu enden. Heiner Kondschak trägt konsequent zu verwaschenen Jeans ein weißes auf Ärmel und gewohntes "T" verzichtendes Shirt das er vorsichtshalber dann aber doch mit einer ärmellosen Seidenweste kombiniert. . .

Nicht ohne Grund präsentiert das "etwas" ungleiche "Zwillingspaar" Helge Thun und Heiner Kondschak am Samstag, 2. Dezember, um 18 Uhr im großen Saal des Landestheaters Tübingen ein "Best off" des in den Grundvorgaben eigentlich fast verwechslungsresistenten Erfolgsprogramms "Der Schöne & das Biest". Das an erfolgreiche Auftritte anknüpfende Programm "Der Schöne & das Biest Teil 2" bescherte mit seiner erneut abenteuerlichen Mischung aus Zauberei, Musik und Comedy im Lindorfer Bürgerhaus der als "Kuli" firmierenden neuen Kulturinitiative ein volles Haus.

Die mehrfach versprochene und entsprechend sehnsüchtig erwartete Claudia Schiffer schaute dann aber doch nicht mehr persönlich vorbei. Während Helge Thun mit der Wiederbelebung ihrer zuvor mutwillig zerrissenen "handsignierten" Fotografie für Verblüffung sorgen konnte, weilte Heiner Kondschak angeblich mit der Schönen im Backstage-Bereich und knüpfte schon erste Kontakte.

Vom erkennbar begeisterten Bürgerhaus-Publikum würde rückblickend sicher nicht in Frage gestellt werden, dass die beiden auf der Lindorfer Bühne agierenden "Scherzrivalen" tatsächlich "wie saure Sahne" und daher "unschlagbar" sind. Wenn ein "sprechender Deoroller" sich absichtlich mit einem "tanzenden Wischmopp" zusammentut, kann das eigentlich nur total ins Auge gehen oder aber für nicht enden wollenden Applaus sorgen.

Das Letztere war im Lindorfer Bürgerhaus zweifellos der Fall und es wäre nicht verwunderlich, wenn sich viele Besucher dieses begeisternden Abends auch beim "Best off" in Tübingen wiedersehen würden.

Nach Helge Thuns den unvermeidlichen Kartentricks vorausgehendem Programmpunkt "Mischen impossible" wusste der ratlos vor dem Klavier sitzende Schachfreund Heiner Kondschak partout nicht, ob er das ihm abverlangte Vorspiel mit Schwarz oder Weiß eröffnen soll. Inspiriert von einer in Helge Thuns Geburtsstadt Kiel und damit genau "zwischen Karlsruhe und Dänemark" angesiedelten Butterfahrt, konnte "der Schöne" im Lauf des Abends nicht nur einen Ring in eine Ananas, sondern auch einen Zehn-Euro-Schein in eine Zigarette "zaubern" und wieder befreien.

Nach einer mit atemberaubenden Gedichten bestrittenen Zugabe wurde die versprochene Gelegenheit, Heiner Kondschak beim Hinausgehen noch kurz anfassen zu können, deutlich weniger genutzt als die Chance, aus Helge Thuns Hand die Karte für das mit diesem Abend im Lindorfer Bürgerhaus erfolgreichst beworbene "Best off" von "Der Schöne & das Biest" im LTT-Tübingen entgegenzunehmen.