Lokale Wirtschaft

Der Schopflocher Weg des Fleisches bis zur Wurstdose

38 Mitglieder des Arbeitskreises "Schule und Wirtschaft" informierten sich jüngst über Produktion, Versand und Ausbildung bei der Schopflocher Firma Hans Dietz GmbH.

RICHARD UMSTADT

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LENNINGEN Zur Begrüßung gab's den knackigen Albkrainer im Weckle, zum Abschied das Plüsch-Schweinle und drei Dosen Dietz-Wurst. Dazwischen lag für die 38 Teilnehmer aus dem Arbeitskreis "Schule und Wirtschaft" eine interessante Betriebsführung durch die IFS-zertifizierte, schwäbische Wurstwarenfabrik mit anschließender Fragerunde und Informationen zur Firmenphilosophie.

Angefangen bei der Fleischannahme über die Zerlegerei, der Schinkenabteilung, der Wursterei, Füllerei, Knödelproduktion bis hin zum Herzstück, der Küche, und darüber hinaus der Verpackung, dem Versand und der Kommissionierabteilung konnten die Besucher genau den Weg des Fleisches bis zur Wurstdose verfolgen. 15 000 bis 18 000 Konserven werden täglich auf Paletten gesetzt. 1 000 Krustenschinken pro Tag verlassen die prämierte Großmetzgerei in Richtung Discounter, Dietz-Metzgerei-Fachgeschäfte sowie Spezialitäten-Shops.

27-mal heimste das schwäbische Mittelstands-Unternehmen mit rund 250 Mitarbeitern, davon zwischen 60 und 80 in Schopfloch, den Bundesehrenpreis ein. 174-mal wurde die Hans Dietz GmbH mit Preismünzen für bestes Fleisch und beste Zutaten bedacht. Für Helmut Keim, den zuständigen Mann für den Groß- und Einzelhandel sowie die Filialen und Shops, ist dies vielfältiger Beweis, dass die Firmenphilosophie greift, die "Balance zwischen Tradition und Innovation" zu halten. Dies und der erfolgsorientierte Anspruch, "die Besten zu sein", zahlt sich aus und wird durch das Vertrauen der Kundschaft belohnt, weiß Keim.

Dem pflichtet auch Hajo Kohn, der bei Dietz für permanente Qualitätssicherung sorgt, bei. Beide können "mit 100-prozentiger Sicherheit" sagen, "dass hier kein Gammelfleisch rauskommt". Nicht nur, weil die Zertifizierung höchste Anforderungen an die Hygiene im Betrieb stellt und dies kontrolliert wird. Auch stehe dem die sofortige tägliche Verarbeitung der angelieferten Fleischteile entgegen, sagt Helmut Keim. Aus den Dietz-Filialen weiß er, dass sich der Ekelfleisch-Skandal nicht negativ auf den Umsatz auswirkte. Im Gegenteil. "Uns tut der Skandal gut. Unsere Kunden legen Wert auf Qualität". Das Thema Gammelfleisch betreffe eine andere Preisklasse.

In diesem Zusammenhang interessierte die Arbeitskreismitglieder die Herkunft des von Dietz verarbeiteten Fleisches. Helmut Keim zufolge stehen Bauern aus Krebsstein, Schopfloch, Wiesensteig und Zwiefalten-Sonderbuch unter Vertrag, die Schweine- und Rindfleisch liefern. Weiteres Fleisch wird in Süddeutschland und Frankreich dazugekauft.

Die Dietz GmbH wird die Abteilungen Verpackung und Versand nach Heroldstadt auslagern und dort auf einer 25 000 Quadratmeter großen Fläche ein modernes Gebäude errichten. 40 neue Arbeitsplätze werden im neuen Dietz-Logistikzentrum entstehen. Durch den Neubau in Heroldstadt kann in Schopfloch die viel zu kleine Küche vergrößert werden.

Das Unternehmen bildet nicht nur im Fleischerberuf aus und zieht so seine Facharbeiter heran. Auch der Beruf Einzelhandelskauffrau ist in den Filialen gefragt.