Lokale Wirtschaft

Der Standort Owen

Gewerbeansiedlung, Arbeitsplätze, Flächennutzung um sich über diese Themen näher zu informieren, hatte der Owener Gemeinderat den Wirtschaftsförderer des Landkreises Esslingen, Markus Grupp, eingeladen. Besonders wichtig war dabei die Frage der Standortsicherung.

ANDREAS VOLZ

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OWEN Zunächst schilderte Bürgermeister Siegfried Roser im Ratsrund die Situation Owens "im engen und immer enger werdenden Lenninger Tal". Momentan habe die Stadt keinen Quadratmeter Gewerbefläche in Eigenbesitz, und auch in Privatbesitz gebe es nur noch zwei freie Gewerbebauplätze. Rosers Folgerung, die er als persönliche Meinung deklarierte: "Wir brauchen dringend neue Gewerbeflächen, auch wenn unsere Topografie das nicht so einfach macht." Große Neuansiedlungen seien auch in Zukunft nicht zu erwarten, unter anderem wegen der fehlenden Flächen.

Roser nannte ein aktuelles Beispiel, das den akuten Handlungsbedarf unterstreichen sollte. Es geht dabei um die Sicherung des Standorts Owen und der Arbeitsplätze: Wenn ein Unternehmen seine bisherigen Räumlichkeiten räumen muss, weil sie zu klein geworden sind oder die entsprechenden Verträge auslaufen, dann gebe es derzeit keine Möglichkeit, diesem Unternehmen adäquate Gewerbeflächen als Ersatz anzubieten.

Ohne geeigneten Standort in Owen wandere die Firma in die Umgebung ab, innerhalb des Landkreises, der Region Stuttgart oder sogar in einem noch größeren Umkreis. Gewerbeflächen braucht eine Kommune also nach wie vor, auch wenn sich diesbezüglich die Motivation geändert hat: "Früher hat man Gewerbeflächen ausgewiesen, um Gewerbesteuer zu bekommen", sagte der Owener Schultes aus langjähriger Erfahrung, "heute geht es darum, Arbeitsplätze für die Bevölkerung anzubieten und zu erhalten."

Diese Ansicht untermauerte Wirtschaftsförderer Markus Grupp im Owener Sitzungssaal mit Zahlen und Statistiken: "Die Zeit der großen Unternehmensansiedlungen ist vorbei." Nur noch fünf Prozent der neu geschaffenen Arbeitsplätze seien auf Neuansiedlungen zurückzuführen. Der Wirtschaftsförderer hat es bei der Standortvermittlung vor allem mit innerörtlichen Umsiedlungen etablierter Firmen zu tun. Dabei sieht er sich auch in einer Lotsenfunktion, um den Verwaltungsaufwand für kleinere Unternehmen verringern zu helfen.

Mittelfristig sagte Markus Grupp der Stadt Owen seine Unterstützung bei der Fortschreibung des Flächennutzungsplans zu, wobei er auf Diplomatie und Verhandlungsgeschick im Umgang mit anderen Behörden setzt: "Ich kann keine Entscheidung mit der Brechstange erzwingen. Wichtig ist, dass man im Dialog bleibt." So sei es sicher möglich, kleinere Flächen genehmigt zu bekommen. Andererseits gelte es auch, Gewerbebrachen durch die An- oder Umsiedlung von Unternehmen wiederzubeleben.

Was Standort und Werbung rund um die Teck betrifft, setzt der Esslinger Wirtschaftsförderer unter anderem auf die neue Messe: "Das hat auch Vorteile für Owen."