Lokale Wirtschaft

Deutlich mehr Arbeitslose

Quote bei der Arbeitsagentur Göppingen steigt auf 4,2 Prozent

Ein erster Blick auf die Statistik bestätigt die allgemeine Diskussion über die Auswirkung der Finanzmarktkrise auf den Arbeitsmarkt auch in der Region: 16 937 Personen waren im Januar ohne Arbeit. Das sind 2 370 mehr als im Dezember. Die Quote liegt nun bei 4,2 Prozent.

Göppingen. Bettina Münz, Geschäftsführerin in der Göppinger Agentur, zieht Bilanz über die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Januar: „Zwar wird die Entwicklung der Arbeitslosigkeit zu einem großen Teil von der Konjunktur beeinflusst. Allerdings nimmt die Zahl der Arbeitslosen saisonal bedingt zum Jahreswechsel immer zu“, relativiert Münz. „Wir setzten jetzt gezielt alle unsere Instrumente ein, um zum einen Menschen, die arbeitslos geworden sind, so schnell wie möglich wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren – möglichst von ‚Job to Job‘. Zum anderen werden wir einen Schwerpunkt auf die Prävention legen, um Arbeitslosigkeit schon im Vorfeld zu vermeiden. Dabei spielt die fundierte Ausbildung von jungen Menschen und die Qualifizierung von Mitarbeitern eine bedeutende Rolle“, erklärt Münz.

Die Arbeitslosenquote, die auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen berechnet wird, steigt im Januar von 3,6 auf 4,2 Prozent. Im Januar 2008 lag sie bei 4,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt im Landkreis Göppingen bei 4,7 Prozent. Die Quote bei den Geschäftsstellen im Landkreis Esslingen liegt bei 4,0 Prozent (Esslingen 4,3; Kirchheim 4,0; Leinfelden-Echterdingen 3,0; Nürtingen 4,2 Prozent). Der Bestand an offenen Stellen ist im Vergleich zum Vormonat zurückgegangen: 4 121 ungeförderte Stellen – also freie Arbeitsplätze, die ohne Einbeziehung geförderter Stellen wie Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen oder Arbeitsgelegenheiten angeboten wurden – sind im Bezirk gemeldet. Das sind 14,5 Prozent weniger als im Vormonat und 20,4 Prozent weniger als im Vorjahr.

Die konkreten Zahlen zur Kurzarbeit für das IV. Quartal 2008 liegen voraussichtlich im Februar vor. Allerdings lässt sich anhand der Anzeigen zur Kurzarbeit ableiten, dass die Kurzarbeit deutlich zugenommen hat: „Allein im Dezember sind von 207 Betrieben Anzeigen über 4 500 Personen eingegangen. Die Kurzarbeit ist in dieser arbeitsmarktlichen Lage das geeignete Instrument, um Arbeitnehmern die Arbeitsplätze und den Betrieben ihr eingearbeitetes Personal zu erhalten. Wenn die Unternehmer jetzt weitsichtig agieren, qualifizieren sie ihr Personal während der auftragsschwachen Zeit weiter. Der Vorteil: „Bei einer Besserung der Lage kann mit hoch qualifiziertem Personal durchgestartet werden“, weiß Bettina Münz. pm

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