Lokale Kultur

Dialog von Stahl und Eisen im öffentlichen Raum

DETTINGEN "Stahl und Eisen im öffentlichen Raum" unter diesem Motto sind derzeit Skulpturen von Werner Stepanek auf dem Dettinger Rathausplatz zu sehen. Zahlreiche Skulpturen Stepaneks haben bereits andernorts im öffentlichen Raum Beachtung gefunden, zudem

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FLORIAN STEGMAIER

kann der 1952 geborene Stahl- und Eisenbildhauer auf etliche Einzel- und Gruppenausstellungen sowie auf Beteiligungen an mehreren Wettbewerben zum Thema "Kunst und Platzgestaltung" zurückblicken.

Sabine Hummel, 1. Vorsitzende der Dettinger Kultur-ecce, dem Veranstalter der Ausstellung, wies in ihrer eröffnenden Begrüßung insbesondere auf die positive und unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung hin. Dettingens Bürgermeister Rainer Hauss-mann betonte in seinem Grußwort den sehr ehrlichen und offenen Eindruck, den die Werke Stepaneks auf ihn machen und gab der Hoffnung Ausdruck, dass die seiner Erfahrung nach oftmals noch zu wenig ausgeprägte Sensibilität in der Wahrnehmung von Kunst im öffentlichen Raum mit dieser Initiative erhöht werden könne.

Im Rahmen seiner Einführung war Werner Stepanek zunächst daran gelegen, den trotz wechselhaftem Wetter zahlreich erschienenen Kunstinteressierten zu verdeutlichen, dass es sich um eine reguläre Kunstausstellung handle und nicht um einen Beitrag zur Platzgestaltung. Die Plätze, so der Künstler, bräuchten nicht weiter "möbliert" werden, vielmehr fungierten sie als Kulisse, die mit einer eigenen Dramaturgie künstlerisch "bespielt" werden und somit vom Betrachter neu wahrgenommen werden können. Gewissermaßen als Ouvertüre dieser Inszenierung versteht Stepanek die eindrucksvolle, mysteriöse "Porta magna", die den Betrachter beim Betreten des Platzes zu einer Reflektion des eigenen Standortes anhalten kann.

Unter den Rathausarkaden ist die Form- und Materialsprache Stepaneks anhand der Thematik des urbanen Gestaltens zu studieren. Das mit gebührendem Abstand um den Brunnen arrangierte Skulpturen-Ensemble wird von einer "Wächter"-Figur dominiert, die bewusst Assoziationen an afrikanische Kunst wach werden lässt. Auf dem Kirchplatz sehr prominent gestellt ist die Skulptur "Codex", eine der wenigen Plastiken Stepaneks, die einen ganz offiziellen Titel trägt.

Die räumliche Nähe zur Kirche ist dabei nicht zufällig, hat der Künstler doch mit dieser an eine Pergamentrolle erinnernden Arbeit seiner tiefgreifenden Auseinandersetzung mit klerikalen Glaubensdogmen Ausdruck verschafft. Als zentralen Begriff für sein künstlerisches Schaffen nannte Werner Stepanek den Begriff der "Faszination" und wies sogleich auf die ganz subjektive Bedeutung des Begriffs hin, der sich nicht an vorgegebenen ästhetischen Normen orientiere, sondern mit einem individuellen Ergriffen- und Berührt-Sein einhergehe.

Bis in den Herbst hinein besteht nun auf dem Dettinger Rathausplatz Gelegenheit, im Dialog mit den Skulpturen des Künstlers Werner Stepaneks diese "Faszination" zu entzünden.