Lokale Wirtschaft

Die erste Sprosse der Karriereleiter

Die "erste Sprosse der beruflichen Karriereleiter" nannte Kreishandwerksmeister Manfred Scharpf das, was 219 glückliche Lehrlinge nun erreicht haben. Die stärkste Gruppe unter ihnen bilden mit insgesamt 75 neuen Gesellen die Kraftfahrzeugmechaniker.

PETER DIETRICH

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WERNAU "Von nachlassender Ausbildungsbereitschaft kann keine Rede sein", betonte Hartmut Wörner, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Esslingen-Nürtingen, waren es doch exakt fünf erfolgreiche Prüflinge mehr als im Vorjahr. Sie alle waren zur Lehrabschlussfeier ins Wernauer Quadrium eingeladen, wurden dort feierlich von allen Rechten und Pflichten aus ihrer meist dreieinhalbjährigen Ausbildung losgesprochen.

Ein gutes Drittel aller Ausbildungsplätze stelle das Handwerk zur Verfügung, betonte Scharpf in seiner Begrüßung, der für die von Nachfrageschwäche und Kostendruck gebeutelten Betriebe auf bessere wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hofft. Dazu gehöre auch, endlich mit dem Jammern aufzuhören. Es sei doch traurig, wenn sich die Deutschen beim Schneefall nicht über glücklich spielende Kinder freuten, sondern die Medien sofort vor drohendem Hochwasser bei der Schneeschmelze warnten ein Hochwasser, das dann gar nicht kam.

Die neuen Gesellen seien wohl kaum bei der Feier erschienen, um möglichst vielen Grußworten zu lauschen, meinte Ulrich Noll, Fraktionsvorsitzender der FDP-Landtagsfraktion, er grüße deshalb für die anderen anwesenden Abgeordneten, unter ihnen MdB Karin Roth (SPD) und MdB Markus Grübel (CDU), gleich mit. "Ihre Ausbildung ist eine ideale Basis zur weiteren beruflichen Qualifikation, nehmen Sie Ihre Chance in die Hand", ermunterte er die Absolventen. Er dankte ihnen für ihr Durchhalten leider würde die Zahl der abgebrochenen Lehren steigen. Das müsse man stärker ins Blickfeld nehmen, auch die Berufsschulen, an denen man bewährte Strukturen nicht kaputt gehen lassen dürfe.

In seinem Prüfungsbericht nannte Wörner die Namen aller Prüflinge, die mit den Noten "sehr gut" oder "Gut" bestanden. Ein "sehr gut" erreichten Alexander Lau, der Metallbauer lernte (Ferral Schlosserei & Stahlbau GmbH in Ostfildern-Nellingen), und die Schreiner Reimar Hoffmann (Carlfried Müller, Deizisau) und Rainer Veit (Andreas Stohrer, Filderstadt-Bernhausen). Mit "gut" bestanden insgesamt 26 Auszubildende, von der Bürokauffrau bis zum Zerspanungsmechaniker. Unter ihnen auch Olga Beck, der Wörner ganz besonders gratulierte, hatte sich doch ihre durch Schwangerschaft unterbrochene Ausbildung erfolgreich fortgesetzt.

Absolventen mit "gut" von Firmen aus dem Gebiet des Teckboten: Tina Geißler, Bürokauffrau (Manfred Bernauer Elektrotechnik in Weilheim), Lena Hauff, Friseur (Salon Rothenbühler und Knöpfle in Kirchheim), Florian Blessing, Maschinenbaumechaniker (S. Dunkes in Kirchheim), Stefan Mößner, Werkzeugmacher (Hummel-Formen in Lenningen) und Marc Langer, Zerspanungsmechaniker (Jürgen Prakesch Zerspanungstechnik in Wernau).

Zur Mitgestaltung der Feier hatte die Kreishandwerkerschaft gleich zwei Künstlergruppen eingeladen: Zum einen die Show-Tanz-Gruppe "Femmes Folies" aus Wernau, die das begeisterte Publikum mit ihren Tänzen nach Irland und Paris entführte, zum anderen die Folk- und Rock-Formation "mama pajama" unter Leitung von Axel Egerer.