Kirchheim

Die Weinflaschen sind sicher verpackt

Zwischenstand zum Stadtradeln in Kirchheim – Äquator-Umrundung fest im Blick

Hunderte Radfahrer und Tausende Kilometer innerhalb weniger Wochen – die Rede ist nicht von der Tour de France, sondern vom Stadtradeln der „RadKULTUR-Stadt“ Kirchheim.

Die Kirchheimer Stadtspitze - Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker und Bürgermeister Günter Riemer - verzichtet drei Woch
Die Kirchheimer Stadtspitze - Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker und Bürgermeister Günter Riemer - verzichtet drei Wochen lang konsequent auf das Auto und radelt zu den Terminen. Fotos: pr

Kirchheim. Mit einem Zwischenergebnis von 32 767 Kilometern (Stand gestern) in den ersten eineinhalb Wochen des Stadtradelns können sich die Resultate sehen lassen und unterstreichen, dass Radfahren und Radkultur einen festen in Platz Kirchheim einnehmen. Da ist es nicht verwunderlich, dass 26 Teams aus Vereinen und Verbänden, Unternehmen und Privaten beim ersten Stadtradeln in Kirchheim dabei sind. Die Stadtverwaltung ging gleich mit einem Team von 39 Personen an den Start, allerdings ohne Oberbürgermeisterin Matt-Heidecker und Bürgermeister Riemer. Denn die Stadtspitze stellt sich während des Stadtradelns der besonderen Herausforderung, drei Wochen lang vollständig aufs Rad umzusteigen.

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Dass das nicht immer einfach ist, weiß die Oberbürgermeisterin nach eineinhalb Wochen Autoverzicht aus erster Hand: „Die Taktung in meinem Terminkalender ist noch nicht auf das Fahren mit dem Rad eingestellt. Das macht es mitunter ganz schön anstrengend.“ Doch trotz aller Anstrengung und Umgewöhnung, beim Berichten ihrer Erlebnisse der ersten eineinhalb Wochen gerät Frau Matt-Heidecker ins Schwärmen: „Das Riechen der Lindenblüten ist einzigartig und das ,Spüren‘ der Stadt und des Stadtlebens tut gut, man fühlt sich zu Hause!“ Für Kirchheim wünscht sich die Oberbürgermeister vom Stadtradeln und den vielen engagierten Teams eine Signalwirkung für alle Bürger, noch mehr Begeisterung für das Radfahren im Alltag und damit letztendlich eine höhere Lebensqualität.

Auch Bürgermeister Riemer zieht eine positive Zwischenbilanz und freut sich besonders über die vielen positiven Reaktionen auf seinen freiwilligen Autoverzicht. Aus seinen leichten Zweifeln bezüglich der Vereinbarkeit von Amtsterminen und Stadtradeln macht er keinen Hehl: „Besonders spannend war für mich die Frage, ob es gelingt, mit Anzug und Krawatte einerseits sowie Blumenstrauß und Weinpräsent andererseits per Rad zu einer Altersjubilarin zu kommen. Das hat aber gut geklappt, weil die Gepäcktasche am Fahrrad ausreichend groß und stabil zum entsprechenden Transport hergestellt wurde.“

Offizielle Termine und ein Fahrrad, das passt offensichtlich gut zusammen. Und trotz der guten Erfahrungen bleibt das Stadtradeln als „RadSTAR“ spannend: „Neugierig bin ich besonders auf die ersten Erfahrungen und mein persönliches Verhalten an einem Regentag“, so der Bürgermeister. Sein Wunschergebnis für das Kirchheimer Stadtradeln: Einmal um den Äquator, sprich 40 000 erradelte Kilometer. Die Radler haben also noch einen gutes Stück Weg vor sich. Eine Teilnahme am Stadtradeln ist übrigens immer noch möglich – jeder kann sich einfach einem Team anschließen oder ein neues, eigenes gründen.

Das Stadtradeln läuft noch bis zum 23. Juli und findet seinen Abschluss am „Radrekord-TAG“. Für den Rekordversuch werden an diesem Tag alle Fahrräder in der Kirchheimer Innenstadt gezählt. Das Ziel sind 2 222 Räder, denn so viele Pkw-Stellplätze gibt es in der Innenstadt. Auf dem Schlossplatz findet darüber hinaus zwischen 10 und 12 Uhr die Auszeichnung der aktivsten Stadtradel-Teams inklusive eines Radler-Frühstücks statt. Der „Radrekord-TAG“ ist eine von vielen Veranstaltung im Rahmen des Jahresprogramms der „RadKULTUR“, einer Initiative des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg, in Kirchheim.