Infoartikel

Dieses Produkt wächst direkt vor der Haustür

Das Branntweinmonopol ist mit dem 31. Dezember 2017 in Deutschland gefallen. „Wir konnten bis dahin unsere Steuerschuld in Naturalien bezahlen. Das war einzigartig“, erklärt Karl Müller, Vorsitzender des Landesverbands der Klein- und Obstbrenner Nord-Württemberg.

Der Absatz war dank des Monopols für die Kleinbrenner garantiert. Was bei der Selbstvermarktung keinen Interessenten fand, konnte auf jeden Fall an Großbetriebe verkauft werden. Dort wurde und wird das Destillat zu hochprozentigem Alkohol weiterverarbeitet und findet dann als Industriealkohol seine weitere Verwendung, beispielsweise in Reinigungsmitteln. Es gab auch Brenner, die ausschließlich für diesen Markt produzierten. „Jetzt muss jeden Monat die Steuer bezahlt werden“, verdeutlicht Karl Müller den Unterschied.

„Der Wegfall des Monopols zwingt die Brenner, höherwertige Qualität zu produzieren“, erklärt Daniel Einfalt von der Uni Hohenheim. Viele nutzen daher die Plattform der Landesprämierung für ihre Destillate und Liköre. „Anhand der Jury-Bewertung wissen sie, wo ihre Schwachpunkte liegen - oder dass sie ein gutes Produkt haben“, so Karl Müller. Zudem können sie eine Goldmedaille auch nutzen, um ihren Absatz zu erhöhen.

Regional ist das neue Bio - dieser Trend kommt auch den Kleinbrennern entgegen. „Das ist eine weitere Wertschöpfung, denn dieses Produkt wächst direkt vor der Haustür“, so Daniel Einfalt. ih

Anzeige