Lokale Wirtschaft

Doppelqualifikation für Pfleger

Ab Oktober „Schulzentrum Diakonie“ in der Kirchheimer Max-Eyth-Straße

Wo früher Kriminalbeamte über kniffligen Fällen brüteten, werden künftig Alten- und Heilerziehungspfleger ausgebildet: Das Schulzentrum Diakonie eröffnet eine neue Schule in der Max-Eyth-Straße 5 in Kirchheim. Angeboten wird ab Oktober eine Modellausbildung die beide Qualifikationen vereint.

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Kirchheim. Das Schulzentrum Diakonie ist ein Tochterunternehmen des Diakonischen Instituts für Soziale Berufe in Reutlingen und der Gotthilf-Vöhringer-Schule der Zieglerschen Anstalten in Wilhelmsdorf. Es bietet eine vierjährige, auch praxisorientierte Ausbildung von Fachkräften mit der Doppelqualifikation in der Altenpflege und der Heilerziehungspflege an.

Schulleiter Jürgen Schnizler weist darauf hin, dass es sich um eine neue Modellausbildung handelt. Diese setzt bewusst keine Schwerpunkte im Bereich der Pflege oder der Sozial- und Heilpädagogik. Damit sollen den Fachkräften im Anschluss an die Ausbildung sämtliche Einsatzbereiche in der Altenpflege wie auch in der Behindertenhilfe offenstehen. In der Konzeption der neuen Ausbildung wurden die bestehenden Gesetze und Verordnungen der Altenpflege- wie auch der Heilerziehungspflegeausbildung berücksichtigt.

Hintergrund des neuen Angebots ist die Zunahme der Gruppe älterer Menschen mit Behinderung und die damit verbundene Pflegebedürftigkeit. Behinderteneinrichtungen und Dienste müssen sich auf neue Aufgaben auf diesem Gebiet vorbereiten. Der Bedarf für angemessene Konzepte sowie für qualifiziertes Personal ist bereits jetzt vorhanden, wie der Schulleiter betont, und wird in den nächsten Jahren deutlich zunehmen. Erforderlich sind daher ausreichende Kenntnisse im Bereich der Altenpflege und der Altenkrankenpflege, differenziertes Wissen über geistige, körperliche und Mehrfachbehinderungen, über Heilpädagogik sowie über chronische psychische Erkrankungen.

Zwar können Fachkräfte auch durch eine gut vernetzte interdisziplinäre Zusammenarbeit von Altenpflege und Heilerziehungspflege ausgebildet werden. Erst in einer gemeinsamen, integrierten Ausbildung sei jedoch ganzheitliche Pflege und Betreuung möglich, so die Philosophie der Schule. Die Ausbildung ist auf vier Jahre angelegt. Auf die zweijährige Grundqualifikation zum Altenpflegehelfer werden die Module Altenpflege und Heilerziehungspflege aufgesattelt.

Weitere Auskünfte über die Ausbildung, die erstmals am 1. Oktober mit etwa 25 Schülerinnen und Schülern in Kirchheim startet, gibt Jürgen Schnizler, derzeit beim Diakonischen Institut für Soziale Berufe in Reutlingen unter der Telefonnummer 0 71 21/5 14 89 30 zu erreichen, oder unter der E-Mail-Adresse jschnizler@diakonisches-institut.de. ist