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Drei Fragen an Andreas Schwarz

1. Warum unterstützen Sie eine mögliche Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Kirchheim und Göppingen?

Die Reaktivierung der Bahnstrecke unterstütze ich grundsätzlich, um den Bürgern ein gutes Angebot auf der Schiene zu ermöglichen und den öffentlichen Nahverkehr weiter auszubauen. Ein Ringschluss hätte den Vorteil, dass der Raum Bad Boll und Weilheim wieder eine direkte Schienenverbindung nach Kirchheim bekommen würde. Und ebenso könnte der Raum Göppingen umsteigefrei erreicht werden. Momentan ist eine Reaktivierung der Boller Bahn noch Zukunftsmusik. Gleichzeitig müssen jetzt zügig weitere Schritte eingeleitet werden. Außerdem muss in den politischen Gremien entschieden werden, ob das Vorhaben mittel- bis langfristig wirklich realisiert werden soll.

2. Besteht in Kirchheim und Umgebung denn überhaupt Interesse daran?

Eine Schienenverbindung von Kirchheim nach Weilheim, Bad Boll und Göppingen wäre eine deutliche Verbesserung im Nahverkehrsangebot für die Bürger und Pendler sowie für alle Schüler, die die weiterführenden Schulen in Kirchheim besuchen. Wir könnten mit diesem Angebot die Straßen vom Durchgangsverkehr entlasten, und das wäre außerdem eine ökologische Alternative zum Auto. Die Einkaufsstadt Kirchheim könnte von der Reaktivierung profitieren und dadurch für noch mehr Kunden attraktiv werden. Denn: Eine leistungsfähige Schienenverbindung macht eine Region sowohl als Lebensraum und auch als Arbeitsort attraktiv. Sie fördert die umweltfreundliche Mobilität. Der funktionierende Bahnverkehr ist somit ein wichtiger Standortfaktor für das Wohnen und für hochwertige Arbeitsplätze.

3. Würde sich eine Reaktivierung überhaupt wirtschaftlich rentieren? Wer würde die Kosten tragen?

Nach einer Studie des verkehrswissenschaftlichen Instituts kann ein Ringschluss von Kirchheim über Weilheim nach Bad Boll und Göppingen wirtschaftlich sein. Gute Umsteigemöglichkeiten bieten sich dann für die Fahrgäste sowohl in Kirchheim auf die S-Bahn S1 als auch in Göppingen auf den Regionalverkehr Richtung Ulm. Die weiteren Potenziale müssten jetzt in einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung und einer Kosten-Nutzen-Analyse aufgezeigt werden. Das wären die nächsten Schritte. Der Ausbau des Schienennetzes kann nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz finanziert werden. Die Kosten müssten sich Bund, Land, Region und auch die betroffenen Kommunen teilen. Und für die Finanzierung der Strecke nach Holzmaden und Weilheim gibt es im S1- und Teckbahn-Finanzierungsvertrag bereits entsprechende Regelungen.hei

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