Kirchheim

Drei Jahre alt und schon auf der Bühne

Konzert Der Katholische Kinder- und Jugendchor begeistert mit Liedern zum Thema „Eingeladen zum Leben“. Für das junge Alter einiger Künstler sind sie erstaunlich tonsicher. Das Publikum ist berührt. Von Winfried Müller

Noch so jung und unglaublich tonsicher: Der Kinder- und Jugendchor Kirchheim. Foto: Markus Brändli
Noch so jung und unglaublich tonsicher: Der Kinder- und Jugendchor Kirchheim. Foto: Markus Brändli

Eingeladen zum Leben - zu diesem hoffnungsvollen Thema boten die Sänger des Katholischen Kinder- und Jugendchors Kirchheim in St. Ulrich ein anspruchsvolles, verschiedene Stilistiken durchmessendes Programm, das die Zuhörerschaft berührte. Dabei waren die jüngsten Künstler erst drei Jahre alt. Standen in der Tradition der Chorauftritte immer wieder auch größere Werke mit szenischer Umsetzung im Blickpunkt, hatte sich Dekanatskirchenmusiker Thomas Specker diesmal für ein reines Chorprogramm entschieden.

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Das Konzert wurde eröffnet durch die „Kleinsten“, den Kindergartenkindern von St. Gabriel. Eine überaus fruchtbare Kooperation zeigte hier ansprechende Ergebnisse. Die Sänger waren mit Freude und großer Ernsthaftigkeit bei der Sache. Schon gefestigt in der Tonproduktion und mit einem guten Rhythmusgefühl ausgestattet, sangen sich die Kinder mit „Lieber Gott, schick uns Deine Engel“ in die Herzen der Zuhörer.

Getragen wurden die Vokalisten durch ein Profi-Ensemble versierter Instrumentalisten: Regina und Takashi Otsuka (Violinen), Rainer Frank (Kontrabass) sowie Thomas Gindele (Klavier). Erfreulich war nicht nur die Tatsache, dass die Stücke durch schöne Kantilenen, Ritornelle und erfrischende Intros bereichert wurden, sondern die Einfühlsamkeit der Begleitung, die die Sänger nie „zudeckte“. Begeisterung strahlten die folgenden Lieder aus, wie das „Halleluja, mit Händen und Füßen“ des Sigmaringer Bezirkskantors Bruno Hamm, das dem Titel alle Ehre machte.

Ein Verdienst Thomas Speckers ist, dass er viele Menschen zu einem singenden „Ganzen“ formen kann und in jungen Menschen Begeisterung für Musik aus unterschiedlichen Epochen entflammen kann. So stand in den nächsten Werken das Miteinander der Chorgruppen im Fokus.

Hut ab vor den Leistungen der Jugendlichen, Hanna Huber, Theresa Schäfer, Katrina Bodlee, Franziska Frodl, Tobias Frodl und Isabella Reiter, die sich allesamt ohne großes Lampenfieber zeigten, mit klaren, sauber intonierenden Stimmen und schönen Phrasierungen. Sie konnten ihr Können besonders im Lied von Hildegard Enders „Ich bin der Weinstock“ oder im Halleluja 2002 des Braunschweiger Domkantors Gerd-Peter Münden zeigen.

Gelesene Texte vor den Werken stimmten inhaltlich auf das Kommende ein. Die vokale und rhythmische Sicherheit konnte der Kinder- und Jugendchor bei den farbigen und interessanten Stücken von Thomas Gabriel und Thomas Riegler, wichtigen Vertretern des Neuen Geistlichen Liedes, demonstrieren. Dass sie auch andere Stile beherrschen, bewiesen sie eindrucksvoll in einem „Laudate Dominum“ aus der Barockzeit. Isabella Reiter sang eine Arie des barocken Kantors Johann Samuel Beyer. Mit großer stimmlicher Reife bewältigte sie ihre Partie höhensicher und auf schön fließendem Atem.

Der Schluss des Programms führte nochmals alle Mitwirkenden zusammen. Nachdem John Rutters „For the beauty of the earth“ mit aufblühenden Kantilenen und lichten Höhen verklungen war, bildete eine moderne Psalmvertonung von Thomas Riegler den Schluss.