Lokale Kultur

Echte, wilde, rockige, aber auch traurige Country-Musik

KIRCHHEIM Ab 21 Uhr gastiert am Freitag, 11. Mai, die Gruppe "The Wilders" im Kirchheimer club bastion. "The Wilders", das sind zunächst einmal drei wilde Jungs in coolen Cowboyhüten. Dirigiert vom Bogen einer noch wilderen Frau mit Geige, toben sie voller Energie in Punk-Bluegrass-Rock'n'Roll-Manie über die Bühnenbretter.

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Die "Wilders" holen Country-Musik da ab, wo sie seit Mitte der 40er- Jahre Steigbügelhalter für alle Rock'n'Roller seit Elvis wurde. Die Songs von Hank Williams, Lefty Frizell, Jimmy Rodgers oder Gospels der Carter Family leben da wieder auf gesungen in oft mehrstimmigen Harmonien, begleitet von ausschließlich akustischen Saiteninstrumenten.

Nachdem vor allem Bluegrass als virtuose Akustik-Variante einen großen Aufschwung erlebt, beginnt man, die Musik aus der "Goldenen Zeit" der 40er und 50er neu zu entdecken. Im Zentrum der "Wilders" steht Energiewirbel Betse Ellis, Geige und Gesang. Geboren in Arkansas, Geigenunterricht in der Highschool, Staatsmeisterschaft gewonnen und dann nach Kansas City um Musik zu studieren, so lautet der typische Werdegang einer Klassikschülerin. Doch Betse Ellis hörte heimlich "The Who", "Talking Heads", "Police" und die aktuellen Punk/New Wave-Bands ihrer Zeit.

In einem Laden traf sie zufällig den lokal angesagten Multiinstrumentalisten Phil Wade, der gerade seine "indische Phase" erlebte und in ostindischen Ragas Erfüllung fand und Betse Ellis schloss sich ihm an. Nachdem ihnen eine Platte mit Hardcore Oldtime Tunes in die Hände gefallen war, ließen sie die Weltmusik sein und suchten nach den Folk Roots. Zu Hilfe kam ihnen ihr alter Freund Ike Sheldon (zu der Zeit Operngesangs-Student), der sich zu seiner heimlichen Liebe zur Classic Country Music bekannte.

Ab da wurde die Geige von Betse Ellis zur Fiddle und die freie Zeit verbrachten die drei auf den Oldtime Music Coventions des Südens. Keine alte Schellack-Scheibe mit obskurerer Musik der 20er-Jahre war vor ihnen sicher. 1996 kam es dann zum ersten Auftritt als Trio. Bassist Nate Gawron, erfahren in Funk-, Punk- und Rockmusik, stieß 1999 zur Band. Gitarrist Ike Sheldon vervollständigte mit seiner extrem perkussiv gespielten Gitarre die Band, die inzwischen auf vier CDs zurückblicken kann. Ihr aktuelles Album "Throw Down" enthält dabei zum ersten Mal auch eigene Kompositionen.

Die Band, die derzeit zum ersten Mal durch Mitteleuropa tourt, um den Zuschauern echte, wilde, rockige, aber auch traurige Country-Musik zu präsentieren, spielt in der Bastion in der Besetzung Betse Ellis, Geige und Vocals; Ike Sheldon, Gitarre und Lead Vocals; Phil Wade, Banjo, Dobro, Mandoline und Vocals sowie Nate Gawron, Kontrabass und Vocals.

Karten für das Konzert mit der Gruppe "The Wilders" gibt es an der Abendkasse und im Vorverkauf bei Juwelier Schairer beim Rathaus, Telefon 0 70 21 / 24 04.

cb