Lokale Wirtschaft

Ein Blick über die Schwäbische Alb

An sonstigen Sonntagen ein beliebtes Ausflugsziel zum Urweltmuseum, bot Holzmaden gestern ein anderes spezielles Familienerlebnis. Gewerbebetriebe, Vereine und Firmen aus Holzmaden präsentierten auf der Gewerbeschau ihr Handwerk und informierten über ihr Leistungsangebot.

ALEXANDRA BOGER

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HOLZMADEN Inhaltlich ein ähnliches Prinzip wie das einer Messe, doch hatte die Veranstaltung keineswegs das typische Von-Stand-zu-Stand-Flair. Für Klein und Groß gab es eine Schießbude, Trampolinspringen, Torwandschießen und ein Glücksspiel, bei dem man auf Buchstabenjagd durch die Betriebe geführt wurde.

Der Landfrauenverein, Ortsgruppe Holzmaden-Ohmden machte mit Schoko-Nikoläusen und Spekulatius in brütender Sonne unter dem Motto "alles zu seiner Zeit" auf die saisonalen Genüsse der Region aufmerksam. Neben den aufgebauten Trauben Kürbissen und dem Eingemachten wurden frisch gebackene "Bätscher" verkauft, eine Spezialität, die je nach Ort auch "Dätscher" heißt. "Jeder hat da so sein Rezept. Das ist Hefeteig, Sauerrahm mit Schnittlauch, Schinken oder Kümmel", meint Elke Fischer, Mitglied im Landfrauenverein.

Weniger für das leibliche Wohl, dafür um das der Natur und der Vögel rund um Holzmaden sorgte sich der Vogelschutz- und Naturverein. "Wir machen Bachputzete, Waldputzete, übernehmen Bachpatenschaften oder planen Ausflüge zu besonderen Naturgebieten", erklärte Michael Thiehoff, Erster Vorsitzender des Vereines. Die Gegend um Holzmaden bietet auf Grund der Streuobstwiesen einen Reichtum an sonst nur vereinzelt vorkommenden Vögeln, wie dem Pirol oder dem Steinkauz. Zum Schutz dieser Arten konnten Besucher der Gewerbeschau dort Nistkästen erwerben.

Aktiv konnte es zugehen beim gegenüberliegenden Fitness-Studio, das sein Tor geöffnet hatte und einen Blick auf Geräte und Gewichte werfen ließ. Vertreten waren Stuckateur-Betrieb, Obsthändler und Dachdecker genauso wie das Autogeschäft und der Blumenladen, der seine Ware an diesem Tag direkt an einem Stand im Freien präsentierte, was Herbstgestecken und Blumenkränzen den richtigen Rahmen verlieh. Bei der EnBW ging es um die Energie in verschiedensten Formen. Zum Verzehr gab es Traubenzucker und Gummibärchen, zum Energieabbau dann Tischkicker und Torwand. "Eigentlich ist das hier eine Leistungsschau. Die Firmen präsentieren ihre Leistungsfähigkeit. Find ich gut", meint Dieter Schweizer, Mitarbeiter bei der EnBW.

An Tagen wie diesem lässt sich dann auch schon das ein oder andere Vorurteil beseitigen: So fand man am Stand eines Elektronik-Computer-Services zwei Damen, die sich zum Thema Virenschutz von einer anderen Dame beraten ließen und sich in Diskussionen zu Windows und Linux ergingen. Währenddessen schenkte der männliche Mitarbeiter den männlichen Kunden den Prosecco nach.

Doch nicht nur beim Thema Gleichberechtigung muss man den Holzmadenern die Fortschrittlichkeit zu Gute halten. Auch im Festzelt hörte man aus Posaune, Tuba und Querflöte fetzige Rhythmen a la "Cha, cha, cha Tequila". Zwar wurde Tequila nicht angeboten, doch auch mit Hefeweizen und Halbe musste man vorsichtig sein, wollte man an dem "Höhepunkt" des Festes teilhaben mit dem Hubsteiger nach oben fahren und einen Blick über die Dächer Holzmadens und die Schwäbische Alb werfen.