Kirchheim

Ein bunter Strauß an Tänzen

Landesfest In Kirchheim gab es Tänze und Klänge aus vielen Ländern: Der Ausrichter Teck-Neuffen-Gau hatte auf deutlich mehr Zuschauer gehofft. Von Sabine Ackermann

Die rumänische Volkstanzgruppe „Ansamblul Transilvania“ (oben) fiel wegen ihrer Kostüme ins Auge. Die Musikgruppe „Los Urus“ aus
Die rumänische Volkstanzgruppe „Ansamblul Transilvania“ (oben) fiel wegen ihrer Kostüme ins Auge. Die Musikgruppe „Los Urus“ aus Peru (links) unterhielt mit traditioneller Musik.Fotos: Sabine Ackermann

Man kann es nicht verleugnen. Die leeren Stühle in der Kirchheimer Stadthalle machen klar: Volkstänze haben wortwörtlich ausgetanzt. Zu Unrecht, wie das abwechslungsreiche Kultur-Programm mit vielen jungen Mitwirkenden zeigte. Maitanz International als Auftaktveranstaltung zum Landesfest - nicht nur eine schöne Aktion, die traditioneller Kultur unterschiedlicher Länder ein großes öffentliches Forum gibt, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Völkerverständigung. Leider interessierten sich dafür nur etwa 130 überwiegend ältere Zuschauer.

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Den Anfang macht die Volkstanzgruppe des Schwäbischen Albvereins aus Neckartailfingen, die sich unter anderem mit regionalen Choreografien aus Metzingen oder Weilheim befassen. Begleitet von zwei Akkordeonistinnen und einer Violinistin wirbeln sechs Tanzpaare in unterschiedlichen Trachten zum „Paradieswalzer“ und „Schäferlaufmarsch“ über die Bühne. Richtig schick gemacht hat sich auch Boris Retzlaff, der mit Frack und Zylinder launig und informativ durch das Programm führte. „Der Kulturrat und die Volkstanzgruppe Frommern wollen in diesem Rahmen ein neues Konzept anbieten, das den Austausch von internationalen Kulturgruppen bereits im Vorfeld eines Landesfestes verstärkt“, hält Erich Haas, der Vorsitzende des Teck-Neuffen-Gaus, die einzige Ansprache: Ganz klar stehen für den Ausrichter die Tanzgruppen im Vordergrund. Und diese kommen aus unterschiedlichen Erdteilen, wobei sich „Los Urus“ mehr der Musik mit Panflöte, Banjo, Gitarre und Trommel als dem Tanz widmet. Drei Peruaner, ein Bolivier und ein Argentinier nehmen das Publikum mit auf eine Reise in fantastische Klangwelten - logisch, dass da der Klassiker „El Condor Pasa“ nicht fehlen darf.

Danach wird’s voll auf der Bühne. Aus dem Norden Rumäniens angereist ist die zehnköpfige Volkstanzgruppe „Ansamblul Transilvania“, die inklusive der achtköpfigen Band richtig was fürs Auge bietet. Beeindruckend die folkloristischen Trachten und Kopfbedeckungen der jungen Menschen. Ihre Tänze zu den etwas monotonen und sich wiederholenden Liedern sind trotz der reduzierten Choreografien schön anzusehen. „Jetzt ist mir klar, warum die Lebensdauer von uns Männern kleiner ist“, scherzt Norbert Rumberger in der Pause. Der Vorsitzende der Ortsgruppe Owen spielt auf das energetische Tanzprogramm der barfüßigen Spanier der Gruppe „San colla de Labritja“ aus Ibiza an. Und in der Tat, während die Frauen mit unbewegter Miene in kleinen Schritten fast wie auf Schienen über die Bühne „tanzen“, geben die werbenden Männer bei dem Hochzeitstanz alles, springen in die Luft oder fallen auf die Knie.

Dann kommt Afrika. Die Tanzgruppe aus Kenia präsentiert sich wild und mit einer energiegeladenen Lebensfreude, weit entfernt von allen Konventionen. Kleiderordnung? Brauchen die in Karos, Streifen, Animal Print oder Baströckchen bunt zusammengewürfelten Musiker und Tänzer nicht. In Sachen Rhythmusgefühl und Durchhaltevermögen macht ihnen keiner was vor. „Jambo Hakuna Matata“, damit setzten die fröhlichen Afrikaner einen stimmigen Schlussakzent in einer sehenswerten Veranstaltung.

Die rumänische Volkstanzgruppe „Ansamblul Transilvania“ (oben) fiel wegen ihrer Kostüme ins Auge. Die Musikgruppe „Los Urus“ aus
Die rumänische Volkstanzgruppe „Ansamblul Transilvania“ (oben) fiel wegen ihrer Kostüme ins Auge. Die Musikgruppe „Los Urus“ aus Peru (links) unterhielt mit traditioneller Musik.Fotos: Sabine Ackermann