Lokale Wirtschaft

Ein Höhepunkt: Airbus A 380 landet beim Graupner Modellflugtag

Die Kirchheimer Firma Graupner veranstaltete anlässlich ihres 75-jährigen Firmenjubiläums am Wochenende einen beachtenswerten Modellflugtag. Die besten nationalen und internationalen Piloten waren auf der Hahnweide zu Gast und boten den zahlreichen Gästen ein abwechslungsreiches Flugprogramm.

RAINER STEPHAN

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KIRCHHEIM Im extra geöffneten "Showroom" der Modellbaufirma in der Henriettenstraße konnten sich die Interessenten sogar übers Wochenende hinweg einen Querschnitt des aktuellen Angebots und einige "Oldtimer" anschauen. Franz Schadlinger, "aktiver" Pensionär und zuvor 29 Jahre beim Kirchheimer Modellspezialisten beschäftigt, erklärte den Besuchern die Produktpalette und gab gerne Auskunft auf Fragen.

Bei herrlichstem Wetter durften auf der Hahnweide die verschiedensten Flugmodelle zu Land und in der Luft beobachtet werden, die zumeist dem Original in maßstäblicher Verkleinerung genau entsprechen. So lenkte Josef Buchner aus Österreich den Hubschrauber NH 90, einen Nato-Helikopter, entwickelt im Jahr 1990, der im aktuellen Bausatzprogramm von Graupner erhältlich ist. Mächtig Eindruck machten vier "Super Constellation" des Flugzeugherstellers Lockheed, die bei der Lufthansa letztmals im Jahr 1962 im Original als Propellerflugzeuge im Interkontinentaleinsatz waren. Jedes dieser Flugzeuge wiegt 20 Kilogramm bei 4 Metern Spannweite und wurde von Willi Kling gebaut.

Die vier Lockheed-Flugzeuge boten einen beeindruckenden Formationsflug. Pech hingegen hatte eine Schweizer Crew während des Trainingsflugs am Samstag: Von ihren sieben Flugzeugen kollidierten zwei dermaßen, dass sie total zu Bruch gingen.

Absoluter Star der Veranstaltung war Peter Michel aus Mainz mit seinem neuen Airbus A 380. Das Prachtexemplar im Maßstab 1:15 misst eine Spannweite von 5,45 Metern und zog die Aufmerksamkeit aller auf sich. Große Flugkunst boten auch das deutsche Jet WM-Team mit Weltmeister Thomas Gleißner, der Synchronflug von Flugzeug und Heli sowie Klaus Lenhart mit "Extra 300 L" im Parallelflug mit dem gleichnamigen Modellflugzeug.

Alle Modellpiloten wurden speziell für diese Veranstaltung von der Firma Graupner ausgesucht und eingeladen. Der viermalige Deutsche Meister Alex Obolinsky vom Lufthansa-Sportverein Frankfurt, Pilot einer "Super Constellation", war während des Spektakels auf dem Campingplatz neben der Hahnweide untergebracht. Rührend kümmerte sich Alexandra Christoph um die Gäste. Die sympathische Betreuerin der Sponsorenkunden die Woche über im Sekretariat der Graupner'schen Chefetage beschäftigt führte sogar ein Gästebuch für die Luftschiffer.

Auch beim 75. Geburtstag legte das Traditionshaus mit seinen rund 200 Beschäftigten ein besonderes Augenmerk auf die Begehung des Festes; Firmenchef Stefan Graupner sagte: "Wir wollten anlässlich des Jubiläums ein schönes Flugprogramm mit nationalen und internationalen Spitzenpiloten ausrichten, das in seiner Art einmalig ist". Als Ausdruck der Verbundenheit von der Firma Graupner zu Land und Leuten darf auch gewertet werden, dass von dem Kirchheimer Unternehmen kein Eintrittsgeld für die rund 20 000 Besucher erhoben wurde.

Obwohl beim Schaufliegen überwiegend große Modelle zum Einsatz kamen, legt die Modellbaufirma Wert darauf, Einstiegsmodelle im unteren Preissegment anzubieten. So können verschiedene Fluggeräte mit Sende- und Empfangssystem zum Preis zwischen 100 und 250 Euro erworben werden.

Die Zuschauer wurden von Winfried Ohlgart, Sprecher zahlreicher Flugtage und Meisterschaften optimal über das Geschehen unterrichtet. Die Übertragungsanlage trug das Ihrige zum guten Verständnis bei. Wer die hohe Flugkunst auf der Hahnweide beobachtete, musste sich zwangsläufig der Interpretation dieses Treibens durch Stefan Graupner anschließen: "Das ist kein Spielzeug, sondern Hobby".

Fotos: Jean-Luc Jacques und Karl-Heinz May