Lokale Wirtschaft

„Ein solides Geschäftsjahr“

Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen zieht positive Bilanz – Einlagen und Kredite im Plus

2012 war für die Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen ein unspektakuläres und gleichzeitig erfolgreiches Jahr. Die Bank legte bei Krediten und Einlagen leicht zu und verbesserte den Jahresüberschuss auf 11,8 Millionen Euro.

Esslingen. „2012 war ein solides Geschäftsjahr in einem nicht einfachen Umfeld“, sagte der KSK-Vorstandsvorsitzende Franz Scholz gestern bei der Präsentation der Bilanzzahlen. Konjunkturelle Stimmungsschwankungen, die anhaltende Staatsschuldenkrise und ein weiterhin niedriges Zinsniveau waren im vergangenen Jahr die prägenden Faktoren. Vor diesem Hintergrund zeigte sich Franz Scholz mit dem Ergebnis der Sparkasse sehr zufrieden. Die Kundeneinlagen konnten bei einer leicht rückläufigen Bilanzsumme von knapp 8,3 Milliarden Euro um 2,8 Prozent auf 5,78 Milliarden Euro gesteigert werden. Und auch bei den Krediten gab‘s ein leichtes Plus auf 4,85 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss wurde dank der positiven Entwicklung von 11,6 auf 11,8 Millionen Euro verbessert. „Zudem wurden zehn Millionen Euro in den Fonds für allgemeine Bankrisiken eingestellt“, sieht Scholz die Kreissparkasse für die Zukunft sehr stabil aufgestellt und für die Anforderungen von „Basel III“ mehr als gewappnet.

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Der „konjunkturelle Stimmungsknick“ im Herbst vergangenen Jahres ist nach der Einschätzung des Sparkassenchefs inzwischen endgültig überwunden. Die Geldpolitik der Eu­ropäischen Zentralbank habe für eine Beruhigung der Märkte und eine Stabilisierung des Euro gesorgt, als „Ne­benwirkung“ allerdings auch das nie­drige Zinsniveau verfestigt. „Das trifft vor allem die Sparer hart“, sagte Scholz. Mittlerweile müsse von einer finanziellen Repression gesprochen werden. Auch die Kreissparkasse teile das Schicksal aller Geldanleger und müsse sich mit überaus bescheidenen Zinserträgen begnügen. Gleichwohl konnte die Bank den Zinsüberschuss mit 157,8 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr leicht verbessern.

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Bernd Haußels nutzte die Bilanzpressekonferenz, um nachdrücklich für den einheitlichen bargeldlosen Zahlungsverkehr in Europa, kurz „SEPA“, zu werben. „SEPA“ werde eins der bestimmenden Themen in diesem und im kommenden Jahr sein. Bislang sei es bei sehr vielen Betroffenen allerdings noch ein „Buch mit sieben Siegeln“. Das Verfahren bringe langfristig einige Erleichterungen, allerdings sei eben die Umstellung mit einigem Aufwand verbunden. Bernd Haußels mahnte Firmen und Vereine, sich rechtzeitig mit dem Thema zu beschäftigten: „Abwarten und aufschieben ist keine Option.“

Sehr zufrieden ist die Kreissparkasse mit dem Unternehmenskundengeschäft. Viele Firmen hätten sich angesichts der doch lange Zeit unsicheren Konjunkturlage mit Investitionen zunächst noch zurückgehalten, sagte Vorstandsmitglied Burkhard Wittmacher. Stattdessen nutzten etliche Betriebe im Kreis Esslingen ihre gute Ertragslage, um Kredite zu tilgen. Dennoch konnte die Kreissparkasse das Kreditvolumen bei den Firmenkunden um 2,3 Prozent steigern.

Überaus gefragt waren im vergangenen Jahr die Beratungsangebote der Bank im Bereich des Auslandsgeschäfts. „Auch viele kleine Unternehmen haben mittlerweile internationale Geschäftsverbindungen“, so Wittmacher. Eine deutliche Steigerung verzeichnete das Kreditinstitut 2012 bei den Firmengründungen und den Betriebsübernahmen. Knapp 70 Firmen hat die Bank bei der Gründung oder Übernahme begleitet und damit zum Erhalt oder zur Neuschaffung von 244 Arbeitsplätzen beigetragen.

Im Privatkundenbereich spielte natürlich vor allem das niedrige Zinsniveau eine entscheidende Rolle. „Noch nie gab es über einen so langen Zeitraum so niedrige Zinsen“, berichtet Frank Dierolf, im KSK-Vorstand für das Privatkundengeschäft zuständig. Die Anleger investierten ihr Geld vor allem in kurzfristige Anlagen, während die traditionellen Spareinlagen einen Rückgang um 3,4 Prozent verzeichneten. Ingesamt konnten die Einlagen im Privatkundenbereich leicht gesteigert werden. Ein deutliches Plus von 16,7 Prozent gab es bei den Fondssparplänen. Dierolf: „Die Kunden vertrauen wieder mehr der Anlage in Wertpapieren, scheuen aber die Direktanlage in Aktien.“ Leicht rückläufig war dagegen die Zahl der von der Kreissparkasse vermittelten Immobilien. Dies, so Dierolf, sei vor allem auf das inzwischen sehr knappe Angebot im Kreis Esslingen zurückzuführen.

Während es bei den Filialen (107) keine Veränderung gab, wurde die Zahl der Mitarbeiter um 38 auf 1 624 reduziert. 121 junge Frauen und Männer absolvierten im vergangenen Jahr eine Ausbildung bei der Kreissparkasse.

Von der gedeihlichen Entwicklung der Kreissparkasse profitieren auch die Kommunen und Institutionen im Landkreis: Zum einen komme ein Gutteil der 19,4 Millionen Euro an Steuern der KSK den Gemeinden zugute, betonte Franz Scholz, zum anderen durften sich 2012 über 500 Organisationen im Bereich Kultur, Sport, Bildung und Wirtschaft über insgesamt zwei Millionen Euro an Fördergeldern freuen.