Kirchheim

Ein wachsames Auge auf „Scherzbolde“

In der Nacht zum 1. Mai zeigt die Polizei im Raum Kirchheim verstärkte Präsenz

In der Nacht zum 1. Mai machen „Scherzbolde“ Jahr für Jahr Schlagzeilen mit üblen Streichen. In Kirchheim wird es daher mehr Einsatzkräfte auf Streife geben als an anderen „normalen“ Wochenenden.

Originelle Maischerze wie hier an der Weilheimer Limburg sind leider eher die Ausnahme.Foto: Deniz Calagan
Originelle Maischerze wie hier an der Weilheimer Limburg sind leider eher die Ausnahme.Foto: Deniz Calagan

Kirchheim. Brennende Mülltonnen und Dixi-Klos, herausgerissene Parkbänke in Teichen oder Bächen zum Beispiel. Schlimmer noch: he­rausgerissene Gulli-Deckel oder quer über Straßen gespannte Wäscheleinen. Für derartige Delikte gibt es auch in der „Walpurgisnacht“ nirgendwo einen Freibrief. Die Polizei schickt deshalb überall mehr Einsatzkräfte auf Streife. So auch in Kirchheim.

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Der Leiter des hiesigen Polizeireviers, Thomas Pitzinger, hat allerdings festgestellt, dass die Zahl der Vorfälle in den letzten Jahren „eher rückläufig ist.“ So richtig kriminelle Taten mit Personenschäden oder ­-gefährdung gab es hier gar nicht. „Wenn überhaupt, dann sind vor allem Jüngere unterwegs“ sagt Pitzinger „und die Taten beschränken sich im Wesentlichen auf Schabernack“.

Wenn Autos, Verkehrsschilder oder Zäune mit Klopapier eingewickelt werden, dann schimpft natürlich der Eigentümer, der die Sauerei mühsam wieder entfernen muss. Viel mehr passiert meistens nicht. Senf und Ketchup in Autoschlössern ist allerdings mehr als nur ärgerlich für die Eigentümer. „Das kriegt man nicht immer selber wieder raus und dann wird’s teuer“, bestätigt Pitzinger, dass die weit verbreitete Unsitte je nach Ausmaß schon als Sachbeschädigung gewertet werden kann. Der „Spaß“ hört endgültig auf, wenn Schachtdeckel herausgewuchtet werden, denn das ist eine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer, kann Autos und Fahrräder beschädigen, beziehungsweise Menschen können sich ernsthaft verletzen. Mit Spraydosen auf geparkte Fahrzeuge oder Fassaden loszugehen, ist selbstverständlich auch in der Mainacht kein Kavaliersdelikt, sondern kann für den Täter richtig teuer werden.

Im gesamten Gebiet des Kirchheimer Polizeireviers sind deshalb in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai mehr Polizeistreifen unterwegs als sonst. Auch die Polizeiposten im Raum Lenningen, Weilheim und Wernau haben die Nachtschicht verstärkt und behalten Straßen und Plätze wachsam im Auge. Im Stadtbezirk Kirchheim werden die ganze Nacht über mehrere Fahrzeuge im Einsatz sein. Die Beamten kennen die „Brennpunkte“, also die Stellen, an denen sich schon in der Vergangenheit diverse Grüppchen getroffen und „Streiche“ ausgeheckt haben. „Oftmals sind das Kinder unter 14, zu späterer Stunde dann Jugendliche“ sagt Thomas Pitzinger. „Hier versucht man natürlich, mit den jungen Leuten zu reden und sie über mögliche Gefahren aufzuklären.“ Auf gut Deutsch gesagt: die sollen ruhig vorher schon wissen, was ihnen blüht, wenn sie etwas kaputt machen.

Im Ernstfall sind die Beamten die ganze Nacht über blitzschnell an der Gefahrenstelle. Die Notrufzentrale in Reutlingen (wie immer 110) braucht nur Sekunden, um den Streifenwagen zu informieren, der dem Einsatzort am nächsten ist.