Lokale Kultur

Eine Matinee der Besten

Autorenpaar Ibsch bei den Deutschen Filmfestspielen (DAFF) erfolgreich

Kirchheim. Geradezu im Schnelldurchgang hat der Film „Ich will endlich meine Welt erklären“ seinen Weg gemacht. Bei den 68. Deutschen Filmfestspielen in Krefeld ist die filmerische Arbeit des Kirchheimer Autorenpaares Barbara und Hartmut Ibsch mit dem Sonderpreis „Bester Reportagefilm“ ausgezeichnet worden.

Eine „Matinee der Besten“ bildete den Abschluss des größten nicht kommerziellen Filmfestivals in Deutschland. Vier Tage lang waren im Krefelder Seidenweberhaus die unterschiedlichsten Streifen zu sehen, 67 an der Zahl, ausgewählt aus über 3 500 Produktionen und zwischen einer Minute und zwanzig Minuten lang. Mit dabei war auch die Geschichte von Johannes, verfilmt von Barbara und Hartmut Ibsch. Der nicht sprechende Autist hatte sich nach 29 Jahren Fremdbestimmtheit mithilfe der Methode der Gestützten Kommunikation erstmals artikulieren können.

Auch dieses Mal zeigten sich Jury und Zuschauer sehr berührt von dem 15-minütigen Film, würdigten das sensible Vorgehen, die Balance zwischen Emotion und Sachlichkeit. Einer positiven Bewertung folgte der Lohn: Der Film wurde vom Auswahlgremium der Deutschen Filmfestspiele 2010 als bester Beitrag zum BDFA-Jahresthema „Reportage- und Unterrichtsfilm“ gewählt. Die Auszeichnung mit diesem Sonderpreis erfolgte durch Klaus-Werner Voß, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Film-Autoren (DAFF).

Damit fand die Erfolgsserie dieser Produktion ihren besonderen Abschluss. Vorausgegangen waren erste Plätze für den Film bei den Wettbewerben auf Regions- und Landesebene, der Sonderpreis „Käthchen von Heilbronn“ für einen Film, „der in besonderer Weise ein menschliches Anliegen widerspiegelt“, und eine Goldmedaille beim Bundesfilmfestival Report in Köln samt der Auszeichnung als bester Film des Wettbewerbs. In Krefeld gab es nun die Krönung für unabhängige Autoren: nicht nur Teilnahme an der DAFF, sondern auch bester Beitrag zum Thema Reportage.

An eine Weitermeldung zur UNICA, den Weltmeisterschaften in der Schweiz, war von vornherein nicht zu denken. Die dafür ausgewählten Filme müssen mit englischen Untertiteln versehen werden, und so schafften dann auch nur Trickfilme oder mit wenig Text auskommende Streifen den Sprung auf die internationale Ebene. Der Freude des im Filmclub Teck (FCT) tätigen Kirchheimer Autorenpaares über das Erreichte tut dies keinen Abbruch. fct

Anzeige