Lokale Wirtschaft

Einweihung erst 2006

Der Ausbau des Fildorado in Bonlanden kommt mit knapp 26,8 Millionen Euro etwa 1,5 Millionen teurer als ursprünglich angenommen. Zudem soll das Bad anstatt im Herbst erst im Februar 2006 wiedereröffnet werden. Schuld daran sind die Insolvenzen drei beteiligter Firmen, der lange Winter sowie allgemein höhere Baukosten.

ANDREAS KAIER

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FILDERSTADT Die Zahlen, die Manfred Ehrle vom Architekturbüro Kaufmann, Theilig & Partner den Filderstädter Gemeinderäten präsentierte, schwirrten schon lange durch den kommunalpolitischen Raum. Doch nun ist es amtlich, von den Architekten und den Projektsteuerern des Büros Drees & Sommer exakt berechnet. Das neue Fildorado kommt gegenüber der Kostenrechnung etwas mehr als 1,5 Millionen Euro und damit etwa sechs Prozent teurer.

Nachdem inzwischen 98 Prozent aller Arbeiten vergeben und einige Aufträge bereits abgerechnet sind, geht Ehrle davon aus, dass keine weiteren unangenehmen finanziellen Überraschungen auf die Stadt Filderstadt zukommen werden. "Wir sind jetzt auf einem sicheren Kurs", versicherte Ehrle.

Als wichtigen Grund für die Verteuerung nannte der Architekt den um drei Prozent gestiegenen Baupreisindex, was allein schon mit zusätzlichen 750 000 Euro zu Buche schlägt. "Vor allem waren die Stahlpreise damals noch viel günstiger", verwies der Architekt auf die ersten Berechnungen im Februar 2003. Diese Entwicklung habe niemand vorhersehen können.

Während die Insolvenzen einer Sanitärfirma und einer Planungsfirma für die Fassadengestaltung Anfang 2005 kaum Kosten verursachte, sieht es dagegen bei der Insolvenz einer Schlosserfirma anders aus. Die Stadt Filderstadt bleibt sehr wahrscheinlich nicht nur auf Kosten von etwa 250 000 Euro sitzen, die Insolvenz verzögert den Abschluss der Bauarbeiten um etwa zwei Monate.

Zudem hatte ein Stahlbauunternehmen im vergangenen Herbst erst drei Monate später als vereinbart zu arbeiten begonnen. Die Folge: Die ganzen Arbeiten verschoben sich in den Winter, der dieses Jahr lang und hart ausfiel, was zu weiteren Verzögerungen führte und Geld kostete.

"Dadurch entstand eine sehr kritische Situation", betonte Ehrle. Klaus Heim, der Leiter des Filderstädter Hochbauamts, beziffert den dadurch entstandenen Schaden auf etwa eine halbe Million Euro. Eine gerichtliche Auseinandersetzung um Schadenersatzansprüche ist wahrscheinlich.

In den Mehrkosten von 1,5 Millionen Euro enthalten ist aber auch die anfangs nicht eingerechnete Fernwärmeversorgung des Bildungszentrums und der Sporthalle Seefälle, die mit insgesamt 530 000 Euro zu Buche schlägt.