Kirchheim

Eltern wählen Kindergärten nach Bedarf

Betreuung Die Zahl der Kindergartenkinder unter drei Jahren steigt in Kirchheim – ebenso die Belegungsquote.

Symbolbild

Kirchheim. Die Entwicklung der Kindergärten lässt sich kaum exakt planen, sagte Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker bei der Vorstellung des Kindergartenbedarfsplans im Gemeinderat: „Eine hundertprozentige Treffsicherheit unserer Prognosen wird es nie geben. Flexibles Handeln wird immer notwendig sein.“ Zu ungenau fürs Kalkulieren ist nicht nur die absolute Zahl der Kinder. Unsicher ist auch, welches Kind in welchem Alter erstmals einen Kindergarten besucht. Generell sinkt das Einstiegsalter, weil immer mehr Kinder unter drei Jahren in den Kindergarten gehen.

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Hinzu kommt eine „Abkehr vom Prinzip kurze Beine, kurze Wege“, wie die Oberbürgermeisterin feststellt. Viele Eltern weichen von diesem Prinzip ab, weil sie eine Einrichtung suchen, die ihren individuellen Bedürfnissen entspricht - „und das ist nicht immer direkt vor der Haustür“. Das allerdings macht es zusätzlich schwierig, konkret einzuschätzen, welcher Kindergarten in den nächsten zwei bis drei Jahren wie viele Anmeldungen bekommt.

„Geburtenstärkere Zeit“

Zumindest die Zahlen für das Kindergartenjahr 2017/18 konnte Michaela Göhler-Bald, die Leiterin der Abteilung Bildung, genauer vorlegen. Demnach gibt es in Kirchheim 1 365 Ü 3-Plätze und 375 U 3-Plätze. Die Zahl der Kindergartenkinder steige: „Wir erwarten eine geburtenstärkere Zeit.“ Außerdem sei damit zu rechnen, dass durch geplante Wohnbauprojekte in Kirchheim auch mehr Familien in die Stadt ziehen. Somit dürfte auch die Zahl der Kinder unter drei Jahren weiter steigen.

Die Belegungsquote sei bei den Jüngsten innerhalb der letzten fünf Jahre deutlich gestiegen: Lag sie 2012 noch bei 63 Prozent, seien für 2017 bereits 84 Prozent zu verzeichnen gewesen. Bei den Kindern über drei Jahren wiederum liege sie einigermaßen ausgeglichen bei circa 90 Prozent.

Die einzelnen Kindergartenbereiche ging Michaela Göhler-Bald ebenfalls detailliert durch. Konkret beschlossen hat der Gemeinderat folgendes: Die geplante Stilllegung einer Krippengruppe im Halden-Kindergarten erfolgt nicht. Eine Regelgruppe im Kindergarten Nabern wird in eine zeitgemischte Ganztagsgruppe umgewandelt. Am Milcherberg-Kindergarten gibt es ab Januar 2018 eine Krippengruppe GT 35. Zudem wird dort eine Brandschutztreppe für 100 000 Euro gebaut. Die Bezuschussung des Tageselternvereins wird auf das Landkreismodell umgestellt. Außerdem gibt es eine Neuauflage der städtischen Broschüre „Das Beste für unser Kind“. Die Broschüre soll einen Überblick über die verschiedenen Einrichtungen und deren Angebote geben. Andreas Volz