Lokale Kultur

„Entdecker“ bei der Tasta-Tour

Markus Pawlik gastiert am morgigen Sonntag im Kirchheimer Schloss

Kirchheim. Markus Pawlik, der am morgigen Sonntag, 13. April, um 19.30 Uhr im Kirchheimer Schloss konzertiert, gehört einer Künstlergeneration an, für die der Gewinn eines bedeutenden Wettbewerbs wirklich noch eine internationale Karriere möglich machte.

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Nach dem aufsehenerregenden Ersten Preis beim Eurovisions-Wettbewerb 1982 konnte sich der Künstler im Konzertbetrieb rund um den Erdball sicher etablieren, und er ist heute außer in den europäischen Musikzentren auch in den USA, in Japan oder in Südost-Asien ein regelmäßig wiederkehrender Gast.

Einen ersten „Ritterschlag“ empfing er noch von Herbert von Karajan, mit bedeutenden Dirigenten wie Kent Nagano oder Alicija Mounk hat er zusammengearbeitet, und europäische Spitzenorchester von Monte Carlo bis Den Haag verpflichteten ihn als Solisten. Er gilt als Pianist, in dessen Spiel sich Sensibilität und Ausdruckskraft mit einer glänzenden Technik verbindet und der sich trotz aller schneller Erfolge nicht davon abhalten ließ, ein Repertoire zu erarbeiten, das nicht jeder „Tastenzauberer“ in seinem Köcher hat. Seine Klavierabende stehen auch für wunderbare Entdeckungen in der Klavierliteratur.

Wer außer ihm spielt die herrlichen Mazurken von Skriabin – die einzigen, die man in Polen neben Chopin gelten lässt? Und sicher sind es ganz wenige unter den jüngeren Interpreten, die Max Regers grandiose Bach-Variationen derart überzeugend darbieten können.

1966 in Bremen geboren, wurde sein Talent frühzeitig erkannt, nachdem er im Alter von sieben Jahren begann, öffentlich aufzutreten, und dreimal den Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ gewann. Seine musikalische Entwicklung wurde während des Studiums bei Karl-Heinz Kämmerling in Hannover vor allem von der deutschen Musiktradition geprägt, durch den Unterricht bei Naum Grubert aber auch von der russischen Schule beeinflusst.

Bei seinem zweiten Klavierabend in Kirchheim spielt Markus Pawlik Fantasien von Carl Philipp Emanuel Bach und Ludwig van Beethoven, die große Polonaise-Fantasie von Frédéric Chopin und die oben bereits genannten „Spezialitäten“. Mit den Bach-Variationen bietet der Künstler einen wahrlich „kapitalen Beitrag“ zum Motto der Kirchheimer Musiktage – eine Komposition, die in ihrer Bedeutung gar nicht hoch genug veranschlagt werden kann.

Karten für den Klavierabend gibt es in der Geschäftsstelle der vhs im Spital, Telefon 0 70 21/97 30 32, per Mail unter gerhard.fink@vhskirchheim.eu und an der Abendkasse ab 19 Uhr. pm