Lokale Kultur

Erfrischend neue geistliche Musik

KIRCHHEIM Brechend voll wurde das neu gebaute Steingauzentrum, in dem am Samstagabend der hochkarätige Rhythm'n'Gospel Chor "nu company" gastierte. Aus allen

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RENATE SCHATTEL

Kirchengemeinden der Teckstadt strömten um die 700 Menschen herbei, wobei die meisten im Jugendalter waren.

Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde hatte die Chorformation mit ihren 32 Sängerinnen und Sängern samt Band eingeladen und einmal mehr bewiesen, dass kirchliche Jugendarbeit da beginnt, wo die Jugendlichen stehen. Nicht nur mit diesem Konzert, sondern mit den Jugendgottesdiensten "Celebration" gehen die Veranstalter auf den Musikgeschmack und die Bedürfnisse der heutigen Sinnsuchenden ein und erreichen sie. Die "nu company" besteht aus jungen Musikerinnen und Musikern, die aus den verschiedensten Orten Süddeutschlands und der Schweiz kommen und sich vor drei Jahren spontan zusammengefunden haben, um "das Evangelium mit eigenem Stil weiterzugeben". Heute wünschen sich nach jedem Konzert begabte und ausgebildete junge Leute, mitsingen zu dürfen, was nach einer Audition durchaus möglich sein kann.

Schwarzer Vorhang im Hintergrund, davor der Chor, gekleidet in schwarzen Hemden und Hosen, die Band in grau gehüllt, viel Technik, alles farblos und dann ging die Post ab, wackelten die neuen Stahlbetonträger im Steingau, tobte das Publikum, wurde die Welt farbenfroh im musikalischen Sinn. Funk, Soul, Hip-Hop, Rap sind Elemente der zum großen Teil selbst geschriebenen Lieder der Formation. Mit souligen Stimmen traten immer wieder überzeugend Solistinnen und Solisten vor die Gruppe. Der Chor war stimmlich in Bestform und riss das Publikum mit, die Band spielte professionell. Andreas Hausmann, Keyboarder und musikalischer Leiter der Formation, gelang es immer wieder, die Zuhörer zum Mitklatschen und Mitsingen zu animieren. "Wir wollen die Freude weitergeben, die unser Herz erfüllt, denn wir haben Gott gefunden" war die Aussage von Tim. "nu company" sang Songs vom Glauben, vom Tod am Kreuz, von der Hoffnung, ohne ein "Happy-Jesus-Heile-Welt-Programm" aufzustellen. Dennoch machten sie klare Aussagen über ihre Religiosität und vermittelten mit Leib und Seele, heißen Salsa-Rhythmen, eindringlichen Balladen und viel Hip-Hop, dass Glaube Spaß machen und auch jenseits der alten Kirchenlieder gelebt werden kann.

"Mit welchem Auto fährt man besser, mit einem Mercedes oder einem Trabby", fragte Andreas Volz zu Beginn der Veranstaltung. Er war der Meinung, mit einem Mercedes, und die "nu company" sei der Mercedes unter den Neuen Gospel-Chören in Deutschland. Die Formation hat nach Kirchheim zumindest eine erfrischend neue geistliche Musikkultur getragen.