Lokale Kultur

Erinnerungen an Otto Stach

Besucher aus der Partnerstadt Modane informierten sich vor Ort über die Arbeiten des Kunsthandwerkers

Eršffnung Ausstellung Werke von Otto Stach im katholischen Gemeindehaus Sankt Markus
Eršffnung Ausstellung Werke von Otto Stach im katholischen Gemeindehaus Sankt Markus

Ohmden. Mit einer dem Kirchheimer Kunsthandwerker Otto-Stach gewidmeten Retrospektive begrüßte die Gemeinde Ohmden am

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WOLF-DIETER TRUPPAT

Wochenende die unter der Leitung von Bürgermeister Jean-Claude Raffin angereisten Besucher aus der französischen Partnerstadt Modane.

Den Auftakt des attraktiven Besuchsprogramms bildete nach dem Empfang der per Bus angereisten Gäste am Freitagvormittag zunächst ein Spaziergang, der sich direkt an das zum „petit déjeuner“ gewordene schwäbische Frühstück in den Gastfamilien anschloss. Die französischen Gäste hatten dabei Gelegenheit, sich vor Ort einen ersten Überblick über die vielen in Ohmden zu findenden Arbeiten von Otto Stach zu verschaffen.

Nach gemeinsamen Besichtigungen verschiedener öffentlicher Gebäude und Kunstwerken im öffentlichen Raum wurde dann im Katholischen Gemeindehaus Sankt Markus in der Schulstraße 17 eine Ausstellung mit einer Auswahl von Arbeiten eröffnet, die für Otto Stachs künstlerisches Wirken charakteristisch sind.

Eigens für die französischen Gäste eingerichtet und am Pfingstsamstag noch einmal für interessierte Besucher aus der Region von 12 bis 17 Uhr geöffnet, bietet die Ausstellung nicht zuletzt auch der Ohmdener Bürgerschaft eine willkommene Gelegenheit, sich auf im Alltagsleben vielleicht längst nicht mehr bewusst wahrgenommene ausgewählte Bilder und Hausmalereien zu konzentrieren, mit denen der Kirchheimer Kunsthandwerker Otto Stach das Ohmdener Ortsbild noch immer nachhaltig prägt.

Wie und warum es in den 80er Jahren zu einer so engen Zusammenarbeit mit Otto Stach gekommen war, brachte der Ohmdener Alt-Bürgermeister und Ehrenbürger Walter Kröner auf Professor Herzingers Anfrage in gewohnter Form augenzwinkernd auf den Punkt. Otto Stach habe es immer sehr gut verstanden, die von ihm mit „ein Bild“ vorgegebene Idee für die Ausgestaltung bestimmter Flächen nicht nur wunschgemäß und künstlerisch überzeugend, sondern vor allem immer auch sehr „haushaltsschonend“ umzusetzen.

Professor Hans Herzinger, der in seiner Funktion als Vorsitzender des Partnerschaftsausschusses Ohmden -Medane die von Wolfgang Znaimer für den Empfang der französischen Besucher eingerichtete Ausstellung offiziell eröffnete, freute sich, dass damit zugleich auch Neubürger dafür sensibilisiert werden können, wer hier und vor allem auch an welch unterschiedlichen Orten künstlerische Akzente setzen konnte.

Der Laudator zeigte zunächst die unterschiedlichen Techniken auf, mit denen sich der Autodidakt Otto Stach beschäftigte, der mit Bleistift, Feder oder Öl genauso virtuos umgehen konnte wie mit Ton oder den in späteren Jahren für ihn besonders wichtigen Linolschnitten. Nicht nur für Ohmden und andere Orte in der Region, auch für den Kirchheimer Verschönerungsverein hat sich Otto Stach verdient gemacht und vor allem durch die künstlerische Gestaltung der für die Teckstadt typischen Stechschilder Akzente gesetzt.

Unter den für die aktuelle Ausstellung in Ohmden gezielt ausgewählten Exponaten hob Professor Herzinger ganz besonders zwei sich in Privatbesitz befindende Gemälde hervor. Neben einem Ohmden vor einer drohenden Feuersbrunst rettenden Heiligen Sankt Florian ist in der aktuellen Ausstellung auch ein 1980 entstandenes Bild mit Blick von der Kronenstraße auf die Ohmdener Kirche zu sehen.

Wolfgang Znaimer, der die Ausstellung eingerichtet hatte, gewährte den einheimischen und auswärtigen Besuchern sehr persönliche Einblicke in seine Lehr- und Ausbildungszeit. Als großes Glück verstehe er es noch heute, dass er diese wichtige Zeit ausgerechnet mit Otto Stach verbringen durfte, der sich immer wieder sonntags und nach Feierabend Zeit nahm, ihm uneigennützig die Schatzkammer eigener gemachter Erfahrungen zu öffnen.

„Alles was ich kann, verdanke ich Otto Stach“ versicherte Wolfgang Znaimer, dem es ein verpflichtendes Vermächtnis ist, die Erinnerung an seinen bescheidenen Lehrmeister Otto Stach wachzuhalten. Für die musikalische Umrahmung der von Carolin Wagner für die französischen Besucher übersetzten Feierstunde zeichneten Schülerinnen der Französisch-AG der Ohmdener Grundschule unter der Leitung von Dunja Auer-Ansorge verantwortlich. Sie begeisterten mit ihren französischen Liedern Gastgeber und Besucher gleichermaßen und wurden mit viel Applaus belohnt.

Neben einer an die Ausstellungseröffnung sich anschließenden Fahrt auf die Schwäbische Alb und zum Naturschutzzentrum Schopfloch waren die Besucher unter anderem auch noch auf Fossiliensuche, einer Wanderung an der Limburg und bei einer Führung durch Weilheim und die Peterskirche.

Am Samstagabend wurden sie von Ohmdens Bürgermeister Funk in der Gemeindehalle zu einem unterhaltsamen Abend empfangen, bei dem neben verschiedenen Grußworten und Vorführungen das Saxophon-Quartett „Sasso Suono“ für einen gelungenen Ausklang des Besuchs in der Partnerstadt sorgte.