Lokale Wirtschaft

Ernte fällt geringer aus

Schlechtes Wetter und der Fraß des Frostspanners haben ihren Teil dazu beigetragen, dass die Ernte auf den Streuobstwiesen in der Region auf gerade mal 20 Prozent des überdurchschnittlich guten Ertrags des Vorjahres gesunken ist. Zu spüren bekommt das auch der Förderverein "Onser Saft", dem sich in den bald fünf Jahren seines Bestehens rund 80 Streuobstwiesenbesitzer in Wendlingen, Köngen und Notzingen angeschlossen haben.

WENDLINGEN Derzeit wird der Direktsaft aus Äpfeln heimischer Streuobstwiesen bei Martin Valet in Bodelshofen gepresst und abgefüllt. Im November plant der Förderverein wieder eine Baumpflanzaktion, an der sich auch Nicht-Mitglieder beteiligen können.

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Bis in die erste Novemberwoche hinein kann die Ernte der Streuobstwiesenbesitzer, die sich dem Förderverein "Onser Saft" und damit ökologischen Anbaubedingungen verpflichtet haben, bei der Mosterei Valet in Bodelshofen angeliefert werden. Die Haupternte ist bereits eingefahren. Dieter Schneider, Vereinsvorstand, rechnet in diesem Jahr mit einer Obsternte von rund 21 Tonnen. Daraus können durchschnittlich bis zu 16 000 Liter Direktsaft gepresst werden. Das sind etwa 20 Prozent des Ertrags aus dem Vorjahr, das überdurchschnittlich reiche Ernten bescherte.

Ursache für den geringen Obstertrag in diesem Jahr ist einmal das Wetter. Sommerliche Temperaturen im Mai haben die Blüte allzu schnell vorangetrieben. Die Insekten, weiß Dieter Schneider, hatten gar nicht die Chance, in der kurzen Zeit alle Blüten zu bestäuben. Hinzu kam dann an einigen Stellen der Frostspanner. Dieser Schädling tritt im Frühjahr auf und frisst gerade zur Blütezeit ganze Bäume kahl. Mancherorts sorgte dann auch noch der Hagel für weitere Ausfälle.

In diesen Tagen sind Mitglieder des Fördervereins "Onser Saft" dabei, in der Mosterei Valet mitzuhelfen. Sie sortieren angefaulte Äpfel aus und sorgen so dafür, dass die Qualität des Direktsaftes steigt. Wird nur gutes Obst zu Saft verwertet, befinden sich weniger Schimmelpilze im Saft. Das trägt zu einer längeren Haltbarkeit auch bei geöffneten Flaschen bei. Im Übrigen glänzt der diesjährige Saft mit einem besonders guten Öchsle-Wert: 52 Öchslegrade wurden jüngst in der Mosterei gemessen. Ein guter Zuckergehalt, der durchaus über dem Schnitt der vergangenen Jahre liegt.

Wer Äpfel ernten und zu Direktsaft vermarkten möchte, der muss auch dafür sorgen, dass abgestorbene Bäume durch neue Pflanzungen ersetzt werden. Zum Erhalt des ökologisch sensiblen Kreislaufes auf den Streuobstwiesen gehört die Neupflanzung. Am 19. November ruft der Förderverein "Onser Saft" zur großen Baumpflanzaktion auf.

Nicht nur der Förderverein selbst bezuschusst diese Pflanzaktion. Fördermittel gibt es für diese Aktion auch von der Stadt Wendlingen und der Gemeinde Köngen. Bestellungen für die Pflanzaktion nimmt Peter Meinero in der Küferstraße 9 in Wendlingen unter Telefon 0 70 24/ 50 00 60 entgegen. Letzter Bestelltermin ist der 10. November. Jeder neu gepflanzte Baum, weiß Dieter Fischer, leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt einer für die Region typischen Kulturlandschaft.

Um diesen so wichtigen ökologischen Kreislauf auf den Streuobstwiesen noch weiter zu stärken, plant der Förderverein im neuen Jahr auch die Anschaffung eines Balkenmähers. Der kann dann samt Bediener beim Verein gegen eine Gebühr ausgeliehen werden. Mit diesem Angebot will der Förderverein "Onser Saft" dafür sorgen, dass das Gras der Wiesen auswachsen kann, nur noch wenige Male im Jahr gemäht wird. Auf einer Streuobstwiese, die mit dem Rasenmäher oder aber gar nicht gepflegt wird, leidet der ökologische Kreislauf.

nz