Lokale Kultur

Es gilt die Regel: „Wichtig ist auf dem Platz . . .“

Der zweisprachige Kinder-und Jugendbuchautor David Fermer absolvierte einen kurzweiligen Fußball-Lesemarathon

Kirchheim. Für einen äußerst gelungenen Abschluss der Veranstaltungsreihe zum 30-jährigen Beste-hen der Kirchheimer Buchhandlung Margot Schieferle am Schweinemarkt sorgte erwartungsgemäß der

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christine barner-tangl

fußballbegeisterte Kinder- und Jugendbuchautor David Fermer.

Der gebürtige Engländer begrüßte die Schüler und Schülerinnen der dritten Klassen der Raunerschule mit der Frage nach ihrem Alter. David Fermer lebt schon seit immerhin zwölf Jahren in Deutschland, und damit zwei bis drei Jahre länger, als das Publikum seiner Lesung alt war. Seine Sprachkenntnisse hat er sich erst hier in Deutschland angeeignet. Sein Deutsch ist sehr gut, sein wohlklingendes Englisch, das er immer wieder in kurzen und damit leicht verständlichen Sätzen einfließen lässt aber absolut perfekt. Als waschechter Brite spricht er lautreinstes „Queens-English“ und das klingt natürlich anders als das, was man hierzulande als „Englisch“ gewohnt ist.

David Fermer legte großen Wert darauf, immer im direkten Dialog mit seinen Zuhörern zu bleiben, denn bei ihm dreht sich alles um das Thema Fußball, aber nicht um die aktuelle Weltmeisterschaft in Südafrika, sondern um die Zukunft. Seine bekannten und beliebten Bücher über das Z-Team spielen schließlich im Jahr 3002 in „Zenitropa“ und da ist alles anders – außer Fußball.

Fußball gibt es schon seit 150 Jahren und hat sich in dieser langen Zeit in seinen Grundzügen bislang nicht verändert. David Fermer geht daher davon aus, dass Fußball vielleicht auch in 992 Jahren noch genauso gespielt wird wie heute. Aber wie wird die Welt sonst aussehen? „Wie stellt ihr sie euch vor?“

David Fermer schickte diese offene Frage in die Runde der interessiert zuhörenden Kinder und die verschiedensten Ideen sprudelten nur so hervor: fliegende Autos und schwimmende Häuser, Robotertiere und sprechende Fußbälle waren nur einige der vielen Ideen, die die Kinder zur Diskussion stellten.

Dann ging es endgültig los mit den Geschichten um Pepe und sein legendäres Z-Team. David Fermer brauchte also zunächst noch ein Mädchen und einen Jungen aus dem Publikum, die mit ihm gemeinsam verschiedene Rollen aus dem Roman lasen. Mit Begeisterung und Freude trugen David Fermer und immer wieder andere Kinder der gebannten restlichen Zuhörerschaft Kapitel um Kapitel vor, während auf der Leinwand im Hintergrund die Bilder aus dem Buch dazu eingeblendet wurden. David Fermer stellte den Schülerinnen und Schülern immer wieder Fragen zum Buch. Es war wie bei gutem Fußball: alle spielten konzentriert mit und es war so spannend und kurzweilig, dass die Zeit viel zu schnell vorbeiflog.

Für zwei sechste Klassen aus dem Schlossgymnasium gab es dann noch eine weitere Veranstaltung in der Buchhandlung Schieferle, bei der David Fermer gleich in seiner perfekt intonierten Muttersprache loslegte. Den jugendlichen Zuhörern stellte er ein Buch aus der zweisprachigen „Nonstop-Reihe“ vor. Das Mädchen Tine muss sich in der Welt der BMX-Radfahrer bewähren und sich dabei natürlich hauptsächlich gegen Jungs durchsetzen.

Wieder waren alle Schüler aufgefordert, mit David Fermer Szenen auch auf Englisch vorzulesen und alle waren begeistert dabei. Aufgelockert wurde die Lesung durch kurze atemberaubende Einspielungen aus einem BMX-Masters Contest in Köln.

Am nächsten Morgen war David Fermer dann auch noch in der Freihofgrundschule bei zwei dritten Klassen zu Gast, konnte erneut mit dem Z-Team punkten und sich mit den Grundschülern bestens auf Englisch unterhalten. Genauso verlief auch der Abschluss seines abwechslungsreichen Veranstaltungsreigens bei zwei siebten Klassen in der Raunerschule. Dort lasen die Schülerinnen und Schüler wieder engagiert und mit möglichst „königlicher Aussprache“ mit dem Kinder- und Jugendbuchautor gemeinsam aus der „Nonstop-Reihe“, die David Fermer temporeich in die Veranstaltung mit einbezog.

Bevor David Fermer zum Bücherschreiben kam, hatte er in London Film studiert und als Englisch- und Kunstlehrer in Berlin und eine Zeit lang auch in Peru gearbeitet. Da er außerdem eine Kinder-Fußballmannschaft trainierte, sind die Themen und Inhalte seiner Bücher auch sehr nah dran an der Welt der Kinder und Jugendlichen – wie seine Lesungen ja auch. „Wichtig ist auf dem Platz“ hatte der erfolgreiche Kinder- und Jugendbuchautor festgestellt, und da war David Fermer zweifellos immer zu 100 Prozent da.