Lokale Kultur

Expeditionen ins Tonreich

Das kirchenmusikalische Angebot der Martinskirche erfreut sich großer Nachfrage

Kirchheim. 2014 war ein kirchenmusikalisches Jahr der Superlative. Doch auch im neuen Jahr bietet die Kirchheimer Martinskirche ein umfangreiches Programm.

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Nach Bachs Johannes-Passion, dem Weihnachtsoratorium, dem Messias und vollen Martinskirchen-Konzerten im vergangenen Jahr sind 2015 die Musik-Schätze ganz in der Tradition von Bezirkskantor Ralf Sach wieder eher unauffälligerer Natur. Was aber nicht heißen soll, dass sie deswegen unbedeutender wären.

An Karfreitag erklingen beispielsweise Joseph Haydns „Sieben letzte Worte unseres Erlösers am Kreuze“, eine Chor- und Orchesterkomposition, die ähnlich den heutigen Taizé-Gesängen als Meditation für ein Passions-Ritual im spanischen Cádiz konzipiert wurde. Ausklingen wird das kirchenmusikalische Jahr dann mit zwei Raritäten: den kleinen Adventsoratorien „Dein König kommt in niedern Hüllen“ von Robert Schumann und seinem künstlerischen Intimfeind Felix Draeseke, der sich eher für die Musik Wagners und Liszts begeisterte.

Höhepunkt des Jahres wird eine Großveranstaltung als Prolog zum evangelischen Kirchentag sein: die „Letzten Lieder“ am 25. April in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Hospiz und der katholischen Gesamtkirchengemeinde, bei dem der Frankfurter Projektkünstler Stefan Weiller mit Kirchheimer Sterbenden gesprochen und sie nach ihrer Lebensmusik befragt hat. Die durch Hansi Jochmann, der deutschen Stimme Jodie Fosters, vorgetragenen Geschichten werden umrahmt mit den gewünschten Lebensklängen, die von Monteverdi bis hin zum aktuellen Schlager reichen. Die beteiligten Künstler aus ganz Deutschland werden zugunsten der Hospizarbeit in Kirchheim weitestgehend ehrenamtlich mitwirken und bereits das Kirchentagsmotto „Damit wir klug werden“ vorwegnehmen.

Orgelmusikalisches Zentrum des Jahres 2015 ist wieder die „Orgelmusik zur Marktzeit“ vom 1. August bis 12. September, in der Ralf Sach zu einer orgelmusikalischen Reise durch Deutschland einlädt. Von der Waterkant bis zur volkstümlichen Musik der Alpen wird die Martinskirchenorgel ihre enorme Vielfalt demonstrieren und freut sich auf ein großes, begeistertes Publikum.

Auch ein renommiertes Gastkonzert wird es geben: Paul Rosoman, Leiter der Musikakademie von Wellington in Neuseeland, freut sich mit Kompositionen aus seinem Heimatland schon jetzt auf seinen Kirchheimer Auftritt am 17. Juni. Zur festen Tradition werden zudem immer mehr die vier Sonntagsmatineen der Kirchheimer Musikschule am 29. März, 17. Mai, 27. September und 20. Dezember, bei denen junge Nachwuchskünstler ein wenig Konzertluft schnuppern können.

Charakterstark wird auch das Konzert des Schwäbischen Kammerorchesters am 25. Oktober mit Paul Hindemiths musikalischer Beschreibung der „Vier Charaktere“. Matthias Baur leitet dabei zum vierten Mal ein ausgesprochenes Kirchenkonzert des mittlerweile in der Alleenschule probenden Ensembles. Neben einer Kirchenmusik nah am Puls der Zeit mit einem schrägen Klassik-Pop-Duett zwischen Bezirkspopularmusiker Kilian Haiber und Ralf Sach am 6. Februar in der Linde oder dem schon jährlich festen Angebot eines Jazz-Gottesdienstes zu Christi Himmelfahrt am 14. Mai bereichern auch renommierte Gastensembles die Kirchenmusik an der Martinskirche. Zu den namhaftesten von ihnen zählen das Ludwigsburger Blechbläser-Quintett mit seiner „Expedition ins Tonreich“ am 4. Juli und der Star-Trompeter Ludwig Güttler am 13. November.

Neben einem zahlreichen Besuch der breiten kirchenmusikalischen Angebotspalette freut sich Bezirkskantor Ralf Sach auch über eine rege, aktive Teilnahme, etwa im Chor an der Martinskirche, der jeden Dienstag von 19.45 bis 21.45 Uhr in der Auferstehungskirche probt.

Weitere Informationen können auf der Homepage der Gesamtkirchengemeinde, bei Ralf Sach unter der Telefonnummer 0 70 21/93 73 77 oder per E-Mail an r.sach@evki-kirchheim.de erfragt werden.pm