Kirchheim

Experten sind mehr und mehr gefragt

Praxiserfahrung Zwei pflegende Menschen berichten über ihren Beruf aus verschiedenen Blickwinkeln.

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Monika Schempp, Krankenpflegerin in den Alb-Fils-Kliniken und Yusupha Kanteh aus Gambia.

Kirchheim. Einblicke ins Nähkästchen, denn die zwei haben viel zu erzählen, die „Stimmen aus der Praxis“: Monika Schempp, Krankenpflegerin in den Alb-Fils-Kliniken und Yusupha Kanteh aus Gambia. Der 21-jährige lebt seit 2015 in Deutschland, hatte zunächst ein Praktikum im Bereich Altenpflege in Filderstadt absolviert und anschließend die Ausbildung zum Altenpflegehelfer erfolgreich abgeschlossen.

Aktuell lässt er sich zum Altenpfleger ausbilden - den Theorieteil lernt er an der Deutschen Angestelltenakademie in Kirchheim, den Praxisteil im Haus Edelberg in Plochingen. Mit leuchtenden Augen erzählt Yusupha Kanteh, dass er gerne älteren Menschen hilft. Er berichtet von seiner Tätigkeit, davon, dass er mit den Senioren viel singe, tanze und lache. „Das ist mein Beruf“, betont er. Die Menschen seien dankbar. Auch seine Sprachkenntnisse hätten sich durch den Kontakt zu den Senioren stark verbessert, sogar ein paar Wörter auf Schwäbisch könne er.

Die Verlustrate ist hoch

Von ihrem Berufsalltag berichtet auch Monika Schempp aus Eislingen, die seit 30 Jahren in der Krankenpflege arbeitet. Sie könne sich nichts anderes vorstellen, betonte die 47-Jährige. Pflegeberufe bieten viele Möglichkeiten, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren, ergänzte sie. Experten seien gefragt. „Es ist nicht mehr so, dass man sich eine Krankenschwester mit dem Nachttopf vorstellen muss“.

Kritisch sieht Monika Schempp die Besetzung mit ausländischen Mitarbeitern. „Es gibt positive Beispiele, aber diese Leute verlassen ihre Heimat und gehen in eine ungewisse Zukunft.“ Die sprachliche Barriere sei groß, und „die Verlustrate“ hoch - sprich: Viele gehen in ihre Heimat zurück. Wichtig ist ihrer Meinung nach, die Rahmenbedingungen zu verbessern, wozu auch der Verdienst zähle. Viele junge Leute wollten diesen Beruf mit großer Verantwortung nicht ausüben, weil die Bezahlung schlecht sei, und bedauert: Seit sie in der Pflege tätig ist, habe sich bei der Bezahlung nichts geändert.hei