Lokale Kultur

Fotografische Impressionen rund um die Teck

DETTINGEN Zu gerne möchte man auf der rustikalen Holzbank, die zum Zwecke der "ersten Foto-Ausstellung im Rathaus" aufgestellt wurde, so Bürgermeister Rainer Haußmann in seiner Begrüßung, verweilen. Um in Ruhe vom "Bänkle" aus

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BRIGITTE GERSTENBERGER

die sich im Dämmerlicht abzeichnende Frauen-Silhouette vor dem Sibyllenloch zu betrachten. Gut besuchte Vernissagen haben zuweilen etwas Hektisches an sich und so verliert sich der Betrachter im Strom der zahlreich erschienenen Besucher und eilt beflissen zum nächsten Bild. Farbenprächtige Landschaftsaufnahmen, Natur pur, die einen schnell vergessen lässt, dass man sich inmitten der doch eher sachlich-nüchternen Umgebung von Amtsräumen befindet. Die Ausstellung mit dem Titel "JahresZeitenWechsel rund um die Teck" ist für Erika Zoller-Bender ebenfalls eine Premiere.

Die Pädagogin entdeckte ihre Leidenschaft zum Fotografieren vor sieben Jahren. Auf Wanderungen und Streifzügen entwickelte sie ihren fotografischen Blick. Was einst als Hobby begann, ist längst zur Profession geworden, "ich spüre eine ständige Weiterentwicklung und mein Interesse, mehr zu sehen, verbindet sich einfach mit dem Wunsch, aus dem Herzen zu fotografieren".

Die Biene, die emsig ihren Nektar aus der Ringelblumen-Blüte saugt, die einzigartige schwäbische Kulturlandschaft mit herbstlichen Streuobstwiesen, die Sonne, die zwischen Gräsern hindurchschimmert, das effektvolle Spielen mit Licht und Schatten, allesamt Bilder, die eindrucksvoll die Fragilität der Natur offenbaren.

Weg von der "Autofahrerperspektive", fordern die Bilder auf, die Natur zu Fuß zu erkunden. Zweifelsfrei ein sinniges Angebot im Zeitalter eines Global Warming. Beim Anblick des prächtig blühenden Mohnblumenfeldes schleicht sich Poesie ins Gemüt und unwillkürlich kommt einem Eduard Mörikes Gedicht "Auf der Teck" in den Sinn: "Hier ist Freude, hier ist Lust wie ich nie empfunden! Hier muss eine Menschenbrust ganz und gar gesunden". Kirsch- und Apfelblüten, wunderlich bemooste Baumstämme, Schneewittchenapfel und Traumwald, Feenblume, Esskastanie und saftig grüne Wiesen. Bilder, die an die sagenumwobene Sibyllenspur erinnern, in deren Verlauf Früchte und Ähren üppiger gedeihen als nebenan.

Im fotografischen Fokus und mit liebevollen Blick für das Detail fängt die Spurensucherin Zoller-Bender Wunderdinge der Natur ein. Sinneseindrücke von noch vorhandenen Oasen der Ruhe rund um Dettingen. Eine sehenswerte Ausstellung mit nachhaltiger Wirkung, musikalisch ideal umrahmt durch Gitarrenklänge von Werner Dannemann, der mehrere Titel seiner vorletzten CD "Von Felsen und Sibyllen" vortrug.

Bis zum 16. Mai kann die Ausstellung zu den Öffnungszeiten des Rathauses besucht werden.