Lokale Kultur

"Frauen Kultur Tage"

KIRCHHEIM Ein "Internationales Frauenfest" mit Musik, Tanz und Texten bildet am morgigen Donnerstag in der Aula der Alleenschule den Auftakt der von der Frauenliste initiierten "Frauen Kultur Tage".

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Mit "Erinnerungen an Irmgard Keun" steht am Mittwoch, 14. März, ab 20 Uhr ein Porträt dieser Schriftstellerin in Romanauszügen und Lebenszeugnissen im Mittelpunkt einer Lesung mit Natascha Meyer in der Stadtbücherei. Irmgard Keun schrieb "Gilgi" und "Das kunstseidene Mädchen", floh vor den Nazis und tauchte mit falschem Pass und totgeglaubt wieder auf. Irmgard Keun war eindeutig eine Frau, die auf Konventionen pfiff.

"Fremd in Deutschland?" ist ein Vortrag überschrieben, den Collin Schubert von Terre des Femmes Tübingen am Donnerstag, 15. März, um 20 Uhr im Spitalkeller der Volkshochschule hält. Im Mittelpunkt steht dabei "Die dritte Generation von Musliminnen auf dem Weg in die Mehrheitsgesellschaft". Während alle von Integration reden, ist für viele muslimische Migrantinnen der Weg dorthin ein großer Hindernislauf. "Vier Minuten" lautet der Titel eines Films, der von Donnerstag, 15. bis Mittwoch, 28. März, im Kino Central zu sehen ist. Die Kinobetriebe Frech und der club bastion präsentieren diesen für Zuschauer ab zwölf Jahren geeigneten und 112 Minuten währenden Streifen, der 2006 als bester Film beim "Shanghai International Film Festival" ausgezeichnet wurde.

Regisseur Chris Kraus erzählt in diesem Film von der Begegnung zweier ungleicher Frauen. Seit fast 60 Jahren gibt Traude Krüger (Monica Bleintreu) Klavierunterricht in der Frauenstrafanstalt. Mit Jenny von Loeben (Hanna Herzsprung), die als Mörderin einsitzt, bekommt sie eine Schülerin, wie sie noch nie eine hatte.

Eine Frauendisco beginnt am Freitag, 16. März, um 20 Uhr bei Linde Begegnung und Kultur in der Alleenstraße 90. Djane Jamiri aus Wendlingen verspricht dabei Rock, Pop, Reggae, Oldies, House und Black.

Mit dem Thema "Frauenprojekte im fairen Handel" beschäftigt sich ein Vortrag, der vom Eine-Welt-Verein am Dienstag, 20. März, um 20 Uhr im Weltladen in der Dettinger Straße 50 angeboten wird. Der faire Handel bietet Lösungsansätze zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation von Frauen in Afrika, Asien und Lateinamerika. An konkreten Beispielen aus dem fairen Handel werden diese Zusammenhänge im Fairen Handel deutlich. So entwickelte sich auf den Philippinen aus der organisierten Müllsammlung eine Fraueninitiative, die in einem beeindruckenden Recycling-Projekt verschiedene Sorten von "Saftpacktaschen" herstellt.

Die Frauenliste präsentiert am Donnerstag, 22. März, um 20 Uhr im Spitalkeller unter dem Titel "Afrikanisches Schattentheaterprojekt" einen Abend, der neben der Vermittlung über Theater und Film vor allem auch eine Diskussion mit Regina Fährmann zum Inhalt hat, die vom jüngsten Besuch in Afrika zurückgekehrt, über ihr neues Schattentheaterprojekt zum Thema Frauenbeschneidung in Afrika berichten wird.

Der vhs-Kulturring präsentiert am Freitag, 23. März, um 20 Uhr im Spitakeller unter dem Titel "Die Lust der Klara Fall" die "wilde Geschichte einer unglaublichen Pianistin". Die Vorführung des Theaters "Wilde Mischung" aus Berlin ist ein freches Plädoyer für Leidenschaft und für alle, die älter werden und noch nicht an Frühvergreisung leiden.

Von den Kinobetrieben Frech veranstaltet, werden am Sonntag, 25. März, um 11 und um 20.15 Uhr im Kino Central zwei Preview-Termine angeboten, bei denen der 104 Minuten währende und im Original mit Untertiteln präsentierte Dokumentarfilm "Sisters in Law" aus Kamerun im Vordergrund steht. Erzählt wird die Geschichte der Richterin Beatrice Ntuba und der Staatsanwältin Vera Nggassa. Sie arbeiten in Kumba, einem kleinen Ort im Südwesten Kameruns und verstehen sich als Anwältinnen von Frauen, die Opfer von Gewalttaten wurden. Der in den Preview-Veranstaltungen präsentierte Film "Sister in Law" verfolgt dabei die Verhandlung dreier Delikte.

"Mädchen, Schwestern, Mütter, Töchter" ist der Vortrag überschrieben, in dem sich Professor Dr. Christel Köhle-Hezinger mit der "Frauenbildung in Württemberg vom 17. bis 20. Jahrhundert" befasst. Der Vortragsabend beginnt am Mittwoch, 28. März, um 19.30 Uhr im Haus der Vereine in Ötlingen.

Für Frauen gab es ein gestaffeltes Schul- und Bildungswesen im modernen Sinne erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Dennoch fand sich "Frauenbildung" auch davor auf vielfältige, freilich nach Zeiten, Regionen und Ständen in sehr unterschiedlicher Weise: in Stadt und Land, in Bürger- und Pfarrhäusern, in Salons, Schulen Stuben und "Stunden".

wdt