Lokale Wirtschaft

Freude über sechs Prozent Dividende

Sechs Prozent Dividende, Schnitzel, Pommes und Salate, ein beinahe schon "unverschämtes" Angebot. Leicht lachen und bezahlen hatten da Vorstand und Aufsichtsrat der Kreisbaugenossenschaft Nürtingen-Kirchheim bei der Mitgliederversammlung in der Kirchheimer Stadthalle.

RUDOLF STÄBLER

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KIRCHHEIM Klar, dass bei diesen "Konditionen" die versammelten Genossen mit einem zufriedenen "Ja" die beantragte Entlastung vornehmen konnten. Sechs Prozent, wo gibt's die schon?

Schon bei der Begrüßung machte der Vorsitzende des Aufsichtsrates Walter Diehl deutlich, dass die Kreisbau einen klaren und soliden Kurs eingeschlagen habe, sodass er keine Hiobsbotschaften verkünden müsse. So konnte Oberbürgermeisterin Matt-Heidecker als Gast der Mitgliederversammlung nur in zufriedene Gesichter schauen.

Über das Geschehen des vergangenen Jahres berichtete das geschäftsführende Vorstandsmitglied Karl-Hans Steiner der gleich zu Beginn heraushob, dass der Bau von derzeit 70 Wohnhungen und eines Pflegeheims angesichts der schlechten Auftragslage der Bauwirtschaft entgegen der Trends ein gewaltiges Konjunkturprogramm der Genossenschaft für die regionale Baubranche bedeute. Als direkte Leistung für die Mieter und Mitglieder nannte Steiner 3,121 Millionen Euro die für Instandhaltung und Modernisierung des Wohnungsbestands. Den größten Aufwand mit 944 000 Euro verursachte dabei die Sanierung von weiteren drei Gebäuden in den Kirchheimer Badwiesen. Zurzeit sind die Arbeiten für die drei letzten Gebäude im Gange. Ende des Jahres, so Steiner, werde dann die ganze Siedlung mit ihren 192 Wohnungen in acht Gebäuden mit weitläufigen Grünflächen in neuem Glanz erstrahlen. Für Modernisierung beziehungsweise Umbauten wurden weitere 400 000 Euro ausgegeben. So wurde zum Beispiel in das Dachgeschoss des Gebäudes Wehrstraße 30, in Weilheim, zwei neue Wohnungen und zugleich für das ganze Gebäude eine Zentralheizung eingebaut.

Auch zur Entwicklung der Finanzen konnte Steiner nur Erfreuliches berichten. So sind dem Anlagevermögen durch Modernisierung und Zukauf 1,176 Millionen Euro zugegangen. Durch den Verkauf von vier Wohnungen und Abschreibungen sind 1,096 Millionen Euro abgegangen sodass immerhin noch ein Nettozuwachs von 80 000 Euro verzeichnet werden konnte. Das Eigenkapital der Genossenschaft hat sich um 170 600 Euro erhöht und beträgt jetzt 23,684 Millionen Euro. Das ergibt 62,2% der nun über zwei Millionen gestiegenen Bilanzsumme von 38 Millionen Euro. Nachdem die Mieten in den letzten vier Jahren konstant waren, hat die Kreisbau zum 1. Januar 2005 eine "maßvolle allgemeine Mieterhöhung von im Schnitt 5% vorgenommen." Mit dem nach Einstellungen und Entnahme der Rücklagen ausgewiesenen Bilanzgewinn von rund 536 000 Euro zeigten sich die Verantwortlichen zufrieden.

Ungebremst geht die Bautätigkeit bei der Kreisbaugenossenschaft auch in diesem Jahr weiter. In der Bahnhofstraße in Weilheim entstehen zurzeit in drei Gebäuden 30 Wohnungen. In Kirchheim an der Ecke Eichendorff-/Bleichstraße wird bald ein 7-Familien-Haus fertig gestellt sein. Dieses ersetzt ein abgängiges 6-Familien-Haus aus den 50er-Jahren.

Die zurzeit größte Baustelle der Baugenossenschaft befindet sich in Wendlingen. Karl-Hans Steiner lobte hierbei eine beispielhafte Zusammenarbeit mit der Stadt Wendlingen, die es möglich machte, dass hier jetzt eine neue Wohnanlage vorzugsweise für Senioren entsteht. Es sind im Bau ein Altenpflegeheim mit 31 Einzelzimmern und den entsprechenden Funktionsräumen. Das Heim wird dann vom Kreisverband des DRK Nürtingen/Kirchheim betrieben. Weiter entstehen zwölf betreute Senioren-Mietwohnungen, 21 Eigentumswohnungen mit der Möglichkeit der Betreuung, eine Tiefgarage mit 36 Plätzen, sechs Garagen und 20 Kfz-Stellplätze.

Den Bericht des Aufsichtsrates erstattete dessen Vorsitzender Walter Diehl. Der Aufsichtsrat habe sich regelmäßig über die Entwicklung der Genossenschaft und über bedeutende Einzelvorgänge unterrichten lassen. In vier gemeinsamen Sitzungen befasste sich das Gremium mit den für das Unternehmen wichtigen Angelegenheiten. Neben der Bautätigkeit betraf dies vor allem den Jahresabschluss und den Prüfungsbericht für das Geschäftsjahr 2003. Diehl betonte, dass die vom Prüfungsverband durchgeführte gesetzliche Prüfung des Unternehmens keinerlei Beanstandungen ergeben habe.

Reine Formsache waren anschließend die Regularien. Zugestimmt wurde dem Jahresabschluss und der Verteilung des Reingewinns. Dieser erbrachte die höchstzulässige Dividende von 6%. Ebenfalls ohne Probleme und einstimmig erfolgte die von Kreissparkassen-Direktor Löffler beantragte Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat. Per Handzeichen wurden abschließend die bisherigen Aufsichtsratsmitglieder Hans-Joachim Heinrich, Dieter Helber und Matthias Waggershauser in ihrem Amt bestätigt.