Lokale Kultur

Frigyes Hidas Requiem in der Martinskirche

KIRCHHEIM Die Stadtkapelle Kirchheim unter Teck bewegt sich mit großen Schritten auf einen Höhepunkt zu. Im Rahmen einer Kulturring-Veranstaltung wird die Stadtkapelle am Samstag, 19. November, um 19.30 Uhr in der Martinskirche gemeinsam mit den Stuttgarter Choristen und vier Gesangssolisten das Requiem von Frigyes Hidas zur Aufführung bringen. Dieses Requiem ist das erste Werk, das für Soli, vier- bis achtstimmigen Chor und symphonisches Blasorchester in der traditionellen Struktur des Requiems komponiert wurde.

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Frigyes Hidas wurde 1928 in Budapest geboren. Er studierte Komposition an der Franz-Liszt-Akademie für Musik bei Janos Visky, war 15 Jahre Musikdirektor am Nationaltheater und vier Jahre am Operettentheater. Heute arbeitet er als freischaffender Komponist.

Der hoch profilierte Komponist fasst seine künstlerisch anspruchsvolle Musik in eine gut zugängliche Sprache. Mit dem Requiem schuf er ein wunderbares Werk, in dem er außergewöhnliche rhythmische Strukturen mit wunderbaren romantischen, streckenweise impressionistischen Harmonien verbindet. Die Stuttgarter Choristen stehen seit 1990 unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Ernst Leuze. Das Ensemble mit ausgebildeten Stimmen wurde 1979 als Chor für die Opernfestspiele Heidenheim gegründet. Schnell weitete sich das Aufgabengebiet der Choristen aus; es folgten zahlreiche Festspiel- und Auslandsverpflichtungen sowie Aufnahmen beim SWR und CD-Produktionen mit namhaften Solisten und Dirigenten. Der Chor tritt jährlich mit über zwanzig Konzerten und Opernvorstellungen an die Öffentlichkeit.

Das breite Repertoire reicht dabei von der alten Musik bis zur Moderne und von konzertanten Opernaufführungen bis zur groß besetzten szenischen Oper. Als Sopranistin konnte Isabelle Müller-Cant gewonnen werden. Die deutsch-französische Sängerin absolvierte ihr Gesangsstudium und das Studium der Liedklasse an der Musikhochschule Stuttgart und schloss ihre Studien mit "Auszeichnung" ab. Diverse Meisterkurse, unter anderem bei Barbara Bonney und Klesie Kelly sowie die Zusammenarbeit mit namhaften Dirigenten wie Frieder Bernius, Dieter Kurz und Helmuth Rilling, gaben ihr wichtige Impulse für ihre Arbeit.

Ihre rege Konzerttätigkeit führte Isabelle Müller-Cant mit den Solopartien großer Oratorien, Kantaten und Messen und diversen Liederabenden ins In- und Ausland, zuletzt mit Mozarts "c-Moll-Messe" nach Paris und zu einem Liederabend mit dem italienischen Pianisten Michele Bolla nach Conegliano/Veneto sowie zu den Schlossfestspielen Ludwigsburg und den Schwetzinger Festspielen.

Isabelle Müller-Cant hat sich nicht nur als versierte Konzertsängerin einen Namen gemacht, auch virtuose Koloraturpartien bilden einen wichtigen Bestandteil ihres Repertoires. Etliche Rundfunkaufnahmen beim SWR, CD-Einspielungen und szenische Aufführungen runden das Bild der jungen Künstlerin ab.

Den Solopart für die Mezzoalt-stimme wird an diesem Abend Susanne Kraus-Hornung übernehmen. Ihr Gesangsstudium begann sie an der Opernschule der Musikhochschule in Saarbrücken. Weitere Studien führten sie an die Musikhochschule Heidelberg / Mannheim, wo sie nach der Diplomprüfung auch die Künstlerische Abschlussprüfung ablegte. Ihre Lehrer waren Professor Jan Tamaru (Mainz) und Professor Rudolf Piernay (London). Meisterkurse absolvierte sie bei Malcom King (Brüssel) und Christa Ludwig. Sie ist arbeitet als Konzert-, Oratorien- und Opernsängerin im In- und Ausland. Seit 1995 ist Susanne Kraus-Hornung als Dozentin an der Staatlichen Musikhochschule Heidelberg / Mannheim tätig.

Mit Robert Morvai auf der Tenor-stimme konnte auch hier ein erstklassiger Solist verpflichtet werden. Der gebürtige Stuttgarter studierte zunächst Klavier bei Professor Székely, danach an der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Stuttgart Kirchenmusik bei Professor Dr. Lohmann und Professor Haas, Gesang bei Professor Wayne Long und Professor Dunja Vejzovic. Weiterhin nahm er an Meisterkursen bei Kammersänger Professor Francisco Araiza und Rita Orlandi-Malaspina teil. Seine solistische Tätigkeit führte ihn zu Engagements in die Münchener Philharmonie am Gasteig mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, in das Prinzregententheater München mit dem Münchener Rundfunkorchester und dem Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz, der Niederländischen Bachvereinigung auf drei Tourneen durch die Niederlande und dem Kammerchor Stuttgart nach USA.

Im November 2003 war er im Beethovensaal der Liederhalle Stuttgart in Rossinis "Mosè", mit dem Orchester der Staatsoper Stuttgart, zu hören. 2005 führten ihn Engagements in die Musikhalle Hamburg und an St. Michaelis und St. Nikolai. Sein Repertoire umfasst oratorische und Opernpartien vom Frühbarock bis hin zu zeitgenössischer Literatur.

Er ist Preisträger des 1. internationalen Wettbewerbs für Operntenöre in Trogir 2003 und beim Gesangswettbewerb der Kammeroper Schloss Rheinsberg 2004 und war Mitglied der jungen Oper der Staatsoper Stuttgart. Engagements führten ihn zur Münchener Biennale und dem Festival für zeitgenössische Musik in Vilnius (Litauen), wo er in Vykintas Baltakas Oper "Cantio" zu hören war. Sein künstlerischer Schwerpunkt liegt in der Interpretation der Oratorien von Bach, Händel, Haydn, Mendelssohn, Rossini und Bruckner.

Peter Schüler rundet schließlich das erstklassige Feld der Solisten als Bassist ab. Er begann sein Gesangsstudium bei Professor Martin Gründler, das er später bei Julia Hamari, Jean Cox und Anna Reynolds fortsetzte. Vier Jahre nahm er Opernschauspielunterricht bei Professor Meyer-Hanno, Frankfurt. Er besuchte Meisterkurse von John Shirley Quirk und arbeitet heute regelmäßig mit Seymour Bernstein in New York.

Peter Schüler gastiert regelmäßig in Israel, Frankreich, Italien, Belgien, Dänemark, Rumänien, Irland, Österreich, Schweiz sowie den Niederlanden. Neben zahlreichen Konzertverpflichtungen erhält er immer wieder Gastengagements zu Opernproduktionen. Im Februar 2002 war er Gewinner beim internationalen Operngesangs-Wettbewerb der Gerda Lissner Foundation in New York.

Die Besucher erwartet an diesem Abend ein sicherlich erstklassiges und hochwertiges Konzertereignis in einer etwas außergewöhnlichen Zusammensetzung. Die musikalische Leitung haben Stadtmusikdirektor Harry D. Bath sowie Kirchenmusikdirektor Ernst Leuze. Karten für diese Veranstaltung gibt es bei allen Musikerinnen und Musikern der Stadtkapelle sowie per E-Mail unter karten.stakakirchheim@web.de. Weitere Informationen können im Internet unter www.stakakirchheim.de abgerufen werden.

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