Lokale Kultur

Frohe Botschaft in sängerischer Vollendung

WEILHEIM Dass "die wahre Weihnacht nicht zur Ware Weihnacht verkommt", dafür sorgte am Freitagabend das Belcanto-Quintett

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RTENATE SCHATTEL

Stuttgart in der Weilheimer Peterskirche mit einem wahrlich "belcanto" trefflich schön gesungenen Weihnachtskonzert. Und hatte es im Vorfeld der Veranstaltung auch unschöne Aufregungen gegeben (die Eintrittskarten wurden den Veranstaltern aus der Schreibtischschublade gestohlen), so legten sich diese während des außergewöhnlich wohltönenden Konzertes allemal. "Still schwieg Kummer und Harm", als Organist Michael Kuhn zu Beginn an der berühmten Goll-Orgel die Toccata in G-Dur von Théodore Dubois spielte. Rasch wechselnde Klangfarben und schnelle Läufe charakterisierten die schwungvolle Orgelimprovisation und machten das Gehör der zahlreichen Besucher weit für das darauffolgende Männer-Quintett.

Die Tenöre Peter Besch, Wolfgang Isenhardt und Alexander Yudenkov, der Bariton Bernhard Hartmann und der Bass Helmut Kühnle bestachen durch eine geradezu absolute Homogenität, ein bis in die letzte Klangnuance aufeinander eingestimmt sein und sängerische Brillanz ohne Attitüde. Im ersten Abschnitt des Vortrages brachten sie nicht alltägliche Weihnachtschoräle zu Gehör. "Machet die Tore weit" oder "Zündet die Lichter der Freude an" zeigten zarte Dynamik und zu Herzen gehende Romantik: "In den Herzen wird's warm", so ging es den Zuhörern trotz des kalten Winterwindes, der auch vor der Peterskirche nicht Halt machte.

Mit dunklen Klangregistern ließ Organist Michael Kuhn eine besinnliche Cantilene von M. Archer erklingen, bevor das Belcanto-Quintett Weihnachtslieder und anderes aus Frankreich sang. Arrangiert in Anlehnung an den Stil der Comedian Harmonists, wiesen sie mit einem Augenzwinkern auf die fröhliche und ausgelassene Seite des im Laufe der Jahrhunderte allzu feierlich hochstilisierten Festes hin, insbesondere mit "Der kleine Trommelmann". Auch österreichisches Weihnachtsliedergut und Chorsätze, dicht und schmelzend schön, wie "Freuet euch, die Weihnachtszeit ist da" von H. Pleva, Montanara-Chor, ließen Weihnachtsfreude aufkommen.

Tenor Peter Besch zitierte in seiner kleinen Andacht den Fernsehmoderator Peter Hahne, der aus dem gewohnten Fest kein gewöhnliches Fest machen will, sondern etwas ganz Besonderes, denn die Weihnachtsbotschaft sei eine außergewöhnliche: "Euch ist heute der Heiland geboren". Das Belcanto-Quintett brachte seinerseits die frohe Botschaft in besonderer Weise zum Ausdruck: mit sängerischer Vollendung. Im letzten Part erklangen Weihnachtslieder aus Amerika, bei denen "White Christmas" und "Jingle Bells" nicht fehlen durften. Michael Kuhn begleitete einfühlsam an Klavier und Akkordeon.