Lokale Kultur

„Füllt mit Schalle“ umgesetzt

Der Gesangverein erfreute mit neuem Chor und neuer Literatur das Publikum

Weilheim. „Füllt mit Schalle“ war das Herbstkonzert überschrieben, zu dem sich Freunde der Chormusik in der Weilheimer Limburghalle trafen, um die Herbstfeier des Gesangvereins 1840 mitzuerleben. Das Motto „Füllt mit Schalle“ wurde dann auch vom Gemischten Chor zur Eröffnung gesungen. Die Vorsitzende des Vereins, Erna Radtke, begrüßte neben Ehrengäste und allen Freunden der Chormusik ganz besonders auch als einzigen Gastchor den Männerchor des Karl-Pfaff-Gaues. Alle anderen mitwirkenden Chöre waren schließlich Mitglieder des Gesangvereins 1840.

Der im Januar 2008 gegründete „Junge Chor Salto Vocale“ hatte seinen ersten größeren Auftritt mit dem Dirigenten Andreas Baumann, der an diesem Abend alle Weilheimer Chöre dirigierte, da Jochen Schmid, Dirigent des Gemischten und des Frauenchores, verhindert war.

Andreas Buck begleitete alle Chöre außer „Salto Vocale“ am am Klavier, eine gute Wahl, denn Chor und Begleitung waren – in welcher Formation auch immer – im Einklang.

Zur Jahreszeit passend wurde vom Gemischten Chor der Wein und der Gesang besungen. Der Männerchor des Karl-Pfaff-Gaus, unter der Leitung von Gauchormeister Joachim Schmid, präsentierte den bekannten fröhlichen Landmann, bevor er sich arrangierten Texten von Wilhelm Busch widmete. Der Unentbehrliche und ein Kobold entlockten den Gästen ein leises Schmunzeln. Dann besang der Frauenchor den Süden, die Fiesta, die Seine. Diese Welt wurde gekonnt dem Publikum nähergebracht. Nun kam der neue Chor „Salto Vocale“ auf die Bühne. Choreografie, mehrsprachige Literatur, aber auch „Weit weit weg“ von Hubert von Goisern zeigten, dass dieser Junge Chor sich gesucht und gefunden hat und hier noch einiges zu erwarten ist.

Nach der Pause traten nochmals drei Chöre auf – jetzt jedoch mit Literatur der letzten Jahre. Mit Witz und Ausdruck wurden ein Vogel, ein zwiefaches Trinklied sowie ein Männer-Boogie-Blues vom Männerchor zum Besten gegeben – und in der Zugabe eine Hochseekuh besungen. Der Gemischte Chor widmete sich den roten Lippen, die man küssen soll, dem Mädchen Marina und der Liebe, die nicht bricht, im Gegensatz zu Marmor Stein und Eisen. Das alles kam so gekonnt an, dass auch hier eine Zugabe fällig war.

Auch diese Literatur weist auf neue Musikwege im Chor hin – der Funke war/ist übergesprungen. „Salto Vocale“ präsentierte nun Abba, ein Friedenslied und einen Gospel. Die Zugabe blieb nicht aus – die Präsentation war einfach gelungen. Mit „Nehmt Abschied Brüder“ – gesungen von allen Chören – ging ein facettenreiches Programm zu Ende. Neue chorische Wege wurden präsentiert und der Mut, genau dieses umzusetzen, wurde belohnt.

Der Beifall des begeisterten Publikums und eine zufriedene Sängerschar waren der Beweis für den Erfolg des Konzerts. dln

Anzeige