Kirchheim

Gemeinderat definiert die Familie neu

Freibad Trotz höherer Eintrittspreise unterstützt die Stadt Kirchheim künftig Familien mit Kindern bis zum Alter von 21 Jahren.

Kirchheimer Freibad
Kirchheimer Freibad im Umbau Foto: Carsten Riedl

Kirchheim. Noch wird im Kirchheimer Freibad auf Hochtouren gearbeitet, und noch steht der Eröffnungstermin in den Sternen. Trotzdem haben sich im Kirchheimer Gemeinderat bereits die Gemüter erhitzt - wegen der neuen Tarife, die mit dem „neuen“ Bad einhergehen. Neue Tarife sind nur selten günstiger als die alten, so auch im Kirchheimer Freibad. Stadtwerkegeschäftsführer Martin Zimmert rechtfertigt die „moderaten Erhöhungen“ trotzdem: „Die Begründung ist nicht unbedingt die Inflationsrate. Aber wir investieren gerade 2,2 Millionen Euro in einen deutlich höheren Standard.“ Die neuen Preise seien aber nicht einfach so angehoben worden, sondern orientierten sich an umliegenden Bädern.

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Die reguläre Tageskarte soll nun von bisher vier auf 4,50 Euro steigen, die ermäßigte von 2,40 auf 2,50 Euro. Dauerkarten kosten im Vorverkauf 85 statt 75 Euro, ermäßigt 45 statt 40 Euro. Das alles war im Gemeinderat kein wirkliches Thema. Auch die Pläne, für die Saison 2018 deutlich reduzierte Dauerkartenpreise anzubieten, stießen auf Zustimmung. Schließlich beginnt die Saison später, und das möglicherweise nur mit einem provisorischen Badebetrieb.

Größere Kinder zählen zur Familie

Die ganz große Diskussion setzte erst ein, als Ralf Gerber (Freie Wähler) wieder einmal den Antrag stellte, in die Familiendauerkarte Kinder bis zum vollendeten 21. Lebensjahr aufzunehmen - wenn sie noch kein Geld verdienen. Diese Regelung würde Schüler und Studenten betreffen oder auch junge Erwachsene, die gerade einen Bundesfreiwilligendienst, ein freiwilliges soziales Jahr oder etwas Vergleichbares absolvieren. Unterstützung bekam er durch Andreas Kenner (SPD).

Dr. Thilo Rose (CDU) sprach sich vehement dagegen aus: „Wir sollten unsere Freibadtarife nicht so komplex gestalten wie das Steuerrecht.“ Gerd Mogler (CIK) meinte, dass jemand, der für einen Kneipenabend über 20 Euro ausgebe, sich auch eine eigene, ermäßigte Dauerkarte leisten könne.

Letztlich aber wusste Ralf Gerber mit folgendem Argument zu überzeugen: „Eine Familie hat sehr viel höhere Ausgaben, wenn die Kinder anfangen zu studieren, als wenn sie fünf bis elf Jahre alt sind. Ich kenne die Leute nicht, die als Eltern mit um die 50 finanziell entlastet sein sollen, nur weil ihre Kinder dann schon größer sind.“ Die Mehrheit - wenn auch in der ungewöhnlichen Konstellation Freie Wähler, SPD und Grüne - folgte ihm.Andreas Volz