Lokale Kultur

Gemeinsam errungene Erfolge unterschiedlichster Freunde

KIRCHHEIM "Im Mensch den Menschen sehen" ist die auf den Punkt gebrachte und deshalb so unendlich einfach klingende Herausforderung, der sich die Diakonie Stetten immerhin schon seit 1849 stellt. Dass bei der schwierigen Aufgabe, Menschen mit einer geistigen

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oder auch mit Mehrfachbehinderungen ein neues Selbstwertgefühl zu vermitteln, sich gerade auf dem Gebiet des Gestaltens, im kreativ-künstlerischen und im musikalischen Bereich ideale Betätigungs- und vor allem auch Begegnungsfelder auftun können, wurde nicht nur im Remstal erkannt.

Die unermüdlich von Erfolg zu Erfolg eilende Kirchheimer Stadtkapelle hat schon vor vielen Jahren erste vielversprechende Kontakte geknüpft und bei der Werbung in eigener Sache seit inzwischen schon zehn Jahren immer wieder gerne auf die in der Diakonie Stetten gebündelte Kreativität gebaut. Auf Programmen, Postern oder neu präsentierten CDs der Kirchheimer Stadtkapelle fanden sich schon seit vielen Jahren immer wieder Motive, die in Stetten kreiert und künstlerisch umgesetzt wurden.

Im vergangenen Jahr wurde die schon lange praktizierte Kooperation mit einem mutigen Kalenderprojekt erstmals auf eine ganz neue Ebene gehoben und erfolgreich verstärkt. Das Kirchheimer "sinfonische Blasorchester mit beinahe 175-jähriger Tradition", das mit seinen vielen in den letzten Jahren errungenen Preisen und Auszeichnungen ein wichtiges Aushängeschild der Stadt geworden ist, hatte sich im letzten Jahr für eine offensive Intensivierung der schon lange bestehenden Kooperation für eine gute Sache entschieden.

Nach ersten konzertanten Auftritten in Stetten, einem begeisternden Wohltätigkeitskonzert und einer vielbeachteten Ausstellung mit Bildern behinderter Künstler im Foyer der Kirchheimer Stadthalle, war im Kreis der für die Kirchheimer Stadtkapelle Verantwortlichen fast unaufhaltsam die großartige Idee gewachsen, einen Kalender mit Bildern verschiedener Künstler aus der Kreativen Werkstatt Stetten herauszubringen.

Dank der eindrucksvollen Unterstützung zahlreicher Kirchheimer Firmen, die die Abnahme entsprechender Kalenderkontingente fest zugesagt hatten, konnte das ehrgeizige Projekt durchgeführt werden, dessen großer Erfolg in schlechten Zeiten sogar noch übertroffen werden konnte, was sich in einer um immerhin 100 Exemplare erhöhten Stückzahl niederschlägt.

Auch für das kommende Jahr konnten wieder bekannte und auch neue Sponsoren gefunden werden, die nicht nur ihre Kunden, sondern zugleich auch die Kirchheimer Stadtkapelle und die Diakonie Stetten mit dem Kalender beschenken wollen. Der Kalender ist schließlich zugleich auch ein wichtiger Beitrag zum Integrationsgedanken, der nicht nur kreative Menschen mit unterschiedlichsten Voraussetzungen verbinden, sondern am Freitagabend im Gewölbekeller der Volksbank auch eindrucksvoll zusammenführen konnte.

Nicht lange Reden bestimmten den beeindruckenden und doch höchst familiären Festakt, sondern Gespräche und Begegnungen und eine uneitle anerkennende Verneigung vor dem jeweiligen musikalischen Tun. In freundschaftlicher "Konkurrenz" präsentierten sich im harmonischen Wechsel die "Schwebende Kapelle" aus Stetten unter der Leitung von Pierre Schneider und das derzeit noch namenlose Posaunenquartett, das die Stadtkapelle im Gewölbekeller würdig repräsentierte.

Die freundschaftliche musikalische Gestaltung des offiziellen Teils des Abends schuf eine Gemeinsamkeit, die durch das unkomplizierte Zusammentreffen der am Kalender beteiligten Künstler und der das wichtige Integrationsprojekt maßgeblich unterstützenden Sponsoren das Motto des neuen Kalenders nicht nachhaltiger hätten präsentieren können. "Freunde" steht auf dem Deckblatt des Kalenders, der eine eindrucksvolle Erfolgsgeschichte fortschreibt, auf die alle Beteiligten stolz sein können.

Dass Hanns-Lothar Förschler, für die Diakoniestation Stetten einen Scheck über 700 Euro vom Vorsitzenden der Kirchheimer Stadtkapelle, Andreas Haussmann, für seine Arbeit entgegennehmen konnte, freute erkennbar alle, die mit zu diesem Ergebnis beigetragen haben. Noch wichtiger war aber die Freude, gemeinsam etwas bewegt zu haben und das auch entsprechend der jeweiligen Möglichkeiten gemeinsam zu feiern. Der Abend unter unterschiedlichen Freunden, die sich in diesem schon zum zweiten Mal erfolgreich geschulterten Projekt zusammengefunden haben, hätte harmonischer nicht sein können. Musiker, Künstler, künftige Käufer und Sponsoren konnten sich gemeinsam freuen, dass nichts verschenkt wird, sondern alle Mitwirkenden beschenkt werden mit einem Kalender, der ein ganzes Jahr lang an ein eindrucksvolles Ereignis erinnern kann, dass sich bei entsprechend anhaltenden Freundschaften ja jederzeit so oder ähnlich wiederholen kann . . .