Lokale Wirtschaft

Geringer Rückgang der Arbeitslosigkeit

Im November ist die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer im Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen um 131 auf 20 602 zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, liegt unverändert bei 5,2 Prozent. Dies teilt die Göppinger Agentur in ihrem jüngsten Bericht mit.

GÖPPINGEN Der Personalbedarf der Wirtschaft und Verwaltungen bleibt weiter auf niedrigem Niveau, musste die Agentur in Göppingen feststellen. Die Unternehmen haben im Laufe des Novembers nur etwas mehr als 1300 zu besetzende Arbeitsplätze gemeldet. Das sind zwar etwa 100 Stellen mehr als vor einem Jahr, kann aber nicht zu einem wesentlichen Abbau der Arbeitslosigkeit im Bezirk beitragen.

Anzeige

In der Geschäftsstelle Esslingen hat sich die Arbeitslosigkeit im Berichtsmonat um 39 auf 5574 Personen verringert. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Arbeitslosen praktisch nicht geändert. Im November meldeten sich 1167 Personen (neu und erneut) arbeitslos, das waren 29 Personen oder drei Prozent mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 1221 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 166 oder 16 Prozent mehr als vor Jahresfrist. In Esslingen waren im November 771 Stellenangebote registriert, gegenüber Oktober ist das ein Plus von 35. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 104 Stellen weniger.

In der Geschäftsstelle Kirchheim ist die Arbeitslosigkeit um zwei auf 2718 Personen gestiegen. Im November meldeten sich 608 Personen arbeitslos. Gleichzeitig beendeten 599 Personen ihre Arbeitslosigkeit.

Die Kurzarbeit hat sich gegenüber dem Oktober nochmals erhöht, die Zahl der Betriebe um zwanzig auf fast 200, die Zahl der Kurzarbeiter um etwa 130 auf knapp 1900. Nachdem in den vergangenen drei Jahren die Arbeitslosigkeit im November immer geringfügig angestiegen ist, stimmt der diesjährige Rückgang den Leiter der Agentur für Arbeit Göppingen, Bernd Hofmann, zunächst einmal zufrieden. Daraus aber gleich Anzeichen für eine nachhaltige Verbesserung des Arbeitsmarktes in den kommenden Monaten abzuleiten, wäre falsch, jedenfalls verfrüht. Hofmann: "Optimistisch bin ich dann, wenn der Rückgang der Arbeitslosigkeit auf eine verbesserte wirtschaftliche Situation zurückzuführen ist, die zu vermehrten Personaleinstellungen führt. Das ist aber nicht der Fall. Im November sind allein deswegen weniger Menschen als im Oktober arbeitslos gemeldet, weil meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konsequent die neu geschaffenen Fördermöglichkeiten genutzt haben, die mit der ,Initiative für die zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeit von Arbeitslosenhilfebeziehern' ermöglicht wurden. Sie haben in den vergangenen beiden Monaten etwa 250 Frauen und Männer in solche Zusatzjobs vermittelt, die irreführender Weise in der öffentlichen Diskussion unter ,Ein-Euro-Jobs' geführt werden. Ich begrüße dieses Programm ausdrücklich. Damit werden Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen, die allesamt zusätzlich und gemeinnützig sind. Sie treten nicht in Konkurrenz zum ersten Arbeitsmarkt und bieten vielen Menschen, die schon seit langem arbeitslos sind, die Chance, durch die Verrichtung von gesellschaftlich sinnvollen Arbeiten wieder ins Erwerbsleben hineinzufinden und dadurch auch noch etwas mehr Geld in der Tasche zu haben."

Weiteren 250 Personen, die Arbeitslosenhilfe beziehen, wurde der Besuch von Sprachkursen ermöglicht. Dadurch soll die Sprachbarriere, die einer Einstellung fast immer im Wege steht, beseitigt oder zumindest verringert werden. Auch diese Förderungsmöglichkeit geht auf die "Initiative für die zusätzliche Beschäftigung von Arbeitslosenhilfebeziehern" zurück.

Auf die vermehrte Förderung von Arbeitslosenhilfebeziehern ist zurückzuführen, dass erstmals seit 18 Monaten die Zahl der Menschen, die länger als ein Jahr ohne Job sind, wieder sinkt. Seit Mai 2003 ist sie Monat für Monat von 3700 auf 5850 im Oktober gestiegen. Im November ging sie erstmals um etwa 60 zurück. Die Ausweitung der Förderungsmöglichkeiten hilft, die Zahl der arbeitslosen Menschen allmählich auf den Stand des Vorjahres zu senken. Im August gab es noch fast 1200 arbeitslose Menschen mehr als vor einem Jahr, im November nur noch 500.

Im August wurden etwa 1320 Personen in beruflicher Weiterbildung oder Trainingsmaßnahmen qualifiziert, im November 1620. Dazu kommen die etwa 500 Förderfälle für die Arbeitslosenhilfeempfänger. Bei den gemeldeten offenen Stellen gab es dagegen im November wieder einen Rückgang. Nur etwas mehr als 1300 neu zu besetzende Arbeitsplätze sind im Laufe des vergangenen Monats gemeldet worden. Das ist, mit Ausnahme des Januars, der niedrigste Personalbedarf in diesem Jahr. Wenn Stellen zu besetzen sind, dann sind es fast ausschließlich fluktuationsbedingte Ersatzeinstellungen. Zusätzliche Neueinstellungen sind nach wie vor die Ausnahme.

Dennoch gibt es vielfältige Integrationschancen. Monat für Monat gelingt es etwa 1500 Menschen, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Das war auch im November so. Allerdings ist auch das Risiko, arbeitslos zu werden, auch relativ hoch. Allein im November haben mehr als 2000 Menschen ihre Arbeit verloren, im Laufe des Jahres fast 23 700. Immerhin sind es etwas weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (minus 1,4 Prozent).

Im regionalen Vergleich hat Göppingen im November etwas besser abgeschnitten als der Durchschnitt. Das hat vor allem damit zu tun, dass in Göppingen kaum saisonale Auswirkungen, wie zum Beispiel die Beendigung der Touristensaison oder der Obsternte am Bodensee, zu spüren sind, die automatisch die Arbeitslosigkeit erhöhen.

Dem Anstieg der Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg um 0,4 Prozent steht in Göppingen ein Rückgang um 0,6 Prozent gegenüber. Innerhalb des Bezirkes schneidet der Landkreis Esslingen mit einem Minus von 0,8 Prozent besser ab als der Landkreis Göppingen (minus 0,3 Prozent). Die Spanne der sechs Geschäftsstellen reicht von minus 1,8 Prozent in Leinfelden-Echterdingen, das jetzt wieder eine Arbeitslosenquote von unter vier Prozent hat, bis zu plus 0,9 Prozent in Geislingen. In Leinfelden-Echterdingen gibt es auch lediglich ein Dutzend Unternehmen, die zur Vermeidung von Entlassungen Kurzarbeit anwenden müssen. Im gesamten Agenturbezirk stieg die Zahl im November allerdings deutlich auf fast 200 Betriebe an, die Zahl der Kurzarbeiter auf knapp 1 900.

pm