Lokale Kultur

Glanzvoller Auftakt

KIRCHHEIM Seit Oktober vergangenen Jahres ist Ralf Sach im Amt des Bezirkskantors an der evangelischen Martinskirche in

Anzeige

FLORIAN STEGMAIER

Kirchheim tätig. Mit dem unter das Motto "Soli Deo Gloria" gestellten Begrüßungskonzert konnte er nun seinen offiziellen musikalischen Einstand feiern einen höchst gelungenen, wie man gleich hinzufügen darf.

Unter der Leitung Ralf Sachs, der bereits als Kantor in Schwenningen und Wiesbaden tätig war, erklangen mit dem Chor der Martinskirche und dem Schwäbischen Kammerorchester zwei dem Anlass angemessene, durchaus prächtige, wenn nicht gar pompös zu nennende Werke: "Laudate Pueri" des Dresdner Hofkapellmeisters Johann Adolf Hasse, eine Vertonung des 112. Psalms, sowie das "Dettinger Te Deum" aus der Feder Georg Friedrich Händels, geschrieben anlässlich des Friedensschlusses 1743 von Dettingen am Main.

Beide Kompositionen leben nicht zuletzt vom Wechsel zwischen Chor und Vokalsolisten, daher hatten gerade Letztere wesentlichen Anteil am Gelingen der Aufführung. Isabelle Müller-Cant (Sopran), Julia Heigl (Alt), Robert Morvai (Tenor) und Matthias Baur (Bass) überzeugten insbesondere dort, wo sie sich in den Dialog mit Chor und Orchester begaben, den beide Komponisten, Händel am deutlichsten, nicht nur betont lebendig, sondern vor allem auch betont kleingliedrig gestalten.

Gerade im "Dettinger Te Deum", das aufgrund seiner Entstehungshistorie geistlichen und weltlichen Lobpreis zu verbinden sucht, machte diese Kleingliedrigkeit im Verbund mit einer transparenten und gut koordinierten Interpretation das Zuhören überaus kurzweilig. Da greifen Soli und Chor, Intimes und Allgemeines ineinander, das Ganze grundiert von einem beweglichen, durchsichtigen und rhetorisch fein durchdachten Instrumentalspiel des Schwäbischen Kammerorchesters.

Bedenkt man, dass das Kammerorchester kein Klangkörper ist, der vorrangig im Barock zu Hause ist, sondern in der Vergangenheit Akzente gerade mit Musik des späten 18. und 19. Jahrhunderts zu setzten wusste, wird das interpretatorische Verdienst nur umso größer.

Fast unnötig zu erwähnen, dass die Choristen dem in nichts nachstanden. Homogener, klangschöner Stimmverbund und dynamische Vielseitigkeit zeichnen den Chor der Martinskirche genau so aus, wie die Möglichkeit, Polyphon-Komplexes konturiert nachzuzeichnen. Ein vielversprechender und glanzvoller Auftakt einer neuen "Kantoren-Ära", die dem Kirchheimer Musikleben sicher noch zahlreiche Höhepunkte bescheren wird.