Kirchheim

Grüne loten die Grenzen der Bauvorhaben aus

Die Radlergruppe des Grünen-Ortsverbands hat verschiedene Bauprojekte besucht.Foto: pr
Die Radlergruppe des Grünen-Ortsverbands hat verschiedene Bauprojekte besucht.Foto: pr

Kirchheim. Zu ihrer kommunalpolitischen Fahrradtour hatten die Gemeinderatsfraktion und der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen geladen. Etwa 30 Interessierte waren der Einladung gefolgt und konnten verschiedene Wohnungsbau-, aber auch Gewerbeflächenprojekte kennenlernen, die sich teilweise bereits in der Umsetzung, teilweise erst in der Planung befinden. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Gemeinderat, Sabine Bur am Orde-Käß, informierte jeweils vor Ort über die Projekte sowohl im Innenbereich als auch außerhalb des Siedlungsrandes von Kirchheim.

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Neben dem ersten Großprojekt, dem Steingau-Quartier, wurde auch das Güterbahnhofareal besichtigt. Weiter ging es zum dritten größeren Baugebiet in Kirchheim, dem sogenannten Primus-Gelände an der Dettinger Straße. Allein mit diesen drei Wohngebieten bietet Kirchheim Wohnraum für rund 1 700 Menschen in den nächsten Jahren.

Anders stellte sich für die Teilnehmenden die Situation auf dem Galgenberg dar. Hier sei ein Wohngebiet geplant, das Wohnungen über den Kirchheimer Bedarf hinaus zur Verfügung stellt. Sabine Bur am Orde-Käß erläuterte die bereits erfolgten Voruntersuchungen und verwies auf große He­rausforderungen und Probleme bei den Themen Erschließung, Lärmschutz und Entwässerung des Gebiets. „Ist es wirklich zu verantworten, beste Ackerböden zuzubetonieren? Die Stuttgarter Umlandgemeinden sind nicht dazu da und meist auch nicht in der Lage, die Stuttgarter Wohnungsprobleme zu lösen“, betonte Jürgen Lewak.

Ähnlich wurde die Lage am südlichen Hungerberg beurteilt. Hier verfolgt die Region Stuttgart die Idee, ein Gewerbegebiet für einen internationalen Großkonzern entstehen zu lassen. Dafür müssten die Kommunen Dettingen, Kirchheim und Notzingen zügig Baurecht schaffen, erläuterte die Fraktionsvorsitzende den Sachstand. Die Gemeinderatsfraktion der Grünen sehe das kritisch, da eine große Anzahl neuer Arbeitsplätze zusätzlichen Verkehr sowie höheren Bedarf an Wohnraum und weiterer Infrastruktur verlangen würde.

Die letzte Station der Radtour führte die Gruppe nach Ötlingen, wo das Gebiet Berg Ost besichtigt wurde. In der Abwägung zwischen einer weiteren Bebauung der Ötlinger Halde in Richtung Kirchheim und dem Berg Ost hatte sich der Gemeinderat vor einem Jahr für diese Fläche ausgesprochen. „Bevor diese Fläche im Außenbereich bebaut wird, sollte alles versucht werden, ein großes, brachliegendes Gewerbegrundstück nahe der Stuttgarter Straße in Ötlingen für den Wohnungsbau zu aktivieren“, wandte die Ötlingerin Brigitte Gerstenberger am Ende der Tour ein.pm