Lokale Kultur

Händel und Heiteres

Bertram Schattel erzählte im Rahmen der Tasta-Tour-Konzerte im Kornhaus

Kirchheim. Mit gleich zwei Kinderkonzerten zur Veranstaltungsreihe Tasta-Tour begeisterte die Kirchheimer Musikschule im Kornhaus ihr Auditorium. Dem Komponistenporträt Georg Friedrich Händels, das

Anzeige

Gunthild Arnold

insbesondere der Kindheit und Jugend des Barockkomponisten gewidmet war, folgte auch noch ein Erzählkonzert überwiegend heiteren Charakters.

Der Fachbereich Klavier der Kirchheimer Musikschule macht es sich seit Jahren zur Aufgabe, mit dieser Art von Konzerten – Dauer jeweils rund eine kinderfreundliche dreiviertel Stunde – den jungen Leuten und ihren Begleiter große Komponisten der Musikgeschichte nahe zu bringen oder sie ganz einfach mit ausgewählten, meist amüsanten bis witzigen Geschichten gut zu unterhalten. Garanten für diese Erfolg sind zum einen die klavierspielenden Schülerinnen und Schüler der Kirchheimer Musikschule, welche die Lesungen mit passenden Musikstücken mitgestalteten. Im Zentrum des Geschehens sitzt aber immer wieder Bertram Schattel auf dem Erzählerstuhl – ein ebenso faszinierender wie brillanter Vorleser, der den von Thomas Arnold verfassten und ausgewählten Texten erst die richtige Lebendigkeit und Tiefenwirkung verleiht.

So konnte der Erzähler mit seiner faszinierenden Vortragsweise auch dieses Mal wieder eine große Schar – nicht nur junger – Zuhörer bei seinem Händel-Vortrag bis zuletzt fesseln. Das Publikum erfuhr dabei nicht nur Details aus dem Leben eines jungen Komponisten, der seinen Berufswunsch Musiker erst einmal gegen den Willen seines Vaters durchboxen musste.

Nebenbei konnten die Besucher interessante „Nebensächlichkeiten“ erfahren wie beispielsweise, dass die Hansestadt Hamburg zu jenen Zeiten auch nicht größer als das heutige Kirchheim war oder was es mit dem Kopieren in Zeiten ohne Kopiergerät und Drucker auf sich hatte.

Beim zweiten Erzählkonzert kamen dann amüsante Kurzgeschichte aus der Feder von Autoren wie Franz Hohler, Axel Schubiger und Axel Hacke zum Zug, die auch schon mal von spontanen Szenenapplaus hervorriefen. Die Klaviermusik dazu passte sich mit ihrem oft jazzigen Einschlag den kurzweiligen Storys aufs beste an und sorgte für genügend Raum zum Sinnieren zwischen den einzelnen Erzählabschnitten. Bis zum Schluss war es in beiden Konzerten mucksmäuschenstill, was bei der großen Anzahl junger Besucher sicher nicht als selbstverständlich vorausgesetzt werden durfte – ein Zeichen für die Faszination von Bertram Schattels Erzählkunst und für die Beliebtheit, der sich diese Konzertreihe der Kirchheimer Musikschule inzwischen erfreut.