Lokale Kultur

Handwerk und Kunst fließen oftmals ineinander

KIRCHHEIM Zum "Ateliertag" am 14. und 15. Oktober eine Aktion, mit der der Kirchheimer Kunstverein

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FLORIAN STEGMAIER

Einblicke in die rege Vielfalt der lokalen Kunstszene geben möchte öffnet auch der Steinmetz und Stein-bildhauermeister Jochen Herzog seine Ötlinger Atelierwerkstatt in der Stuttgarter Straße 158. In seiner Arbeit fließen Handwerk und Kunst oftmals ineinander, eine Grenze zu ziehen scheint nur schwer möglich.

Wie auch seine Partnerin, Monika Majer, mit der Jochen Herzog seit 2001 die Werkstatt "stein gestalten" als gemeinsames Unternehmen führt, verweist er diesbezüglich auf ein Zitat des Bauhaus-Architekten Walter Gropius: "Es gibt keinen Wesensunterschied zwischen dem Künstler und dem Handwerker. Der Künstler ist eine Steigerung des Handwerks die Grundlage des Werkmäßigen ist aber unerlässlich für jeden Künstler."

Jochen Herzogs Skulpturen sind meist hoch und schlank, versehen mit einer dem thematischen Ansatz entsprechenden mehr oder minder ausgeprägten anthropomorphen Formgebung. Sein bevorzugtes Material ist Kalkstein, insbesondere in seiner inhomogenen Erscheinung, wie etwa der fast ausschließlich aus Calciumcarbonat bestehende Travertin, dessen poröser Materialität ein leicht morbider Charme nicht abzusprechen ist.

Verschiedene Arbeiten von Jochen Herzog dürften dem hiesigen Kunstpublikum noch in angenehmer Erinnerung sein. So etwa seine schlanken, transzendierenden Gestalten der Engel-Ausstellung, die Ende 2003 in den eigenen Räumen durchgeführt wurde und sich als regelrechter Publikumsmagnet entpuppte, oder auch seine unbetitelte sechsteilige Arbeit im Rahmen der Mitgliederausstellung des Kunstvereins im Kornhaus, bei der Jochen Herzog eine organisch-prozesshaft scheinende Entwicklung mit dem anorganischen Stein in Verbindung brachte, somit Stein und Zeit gekonnt ineinanderfließen ließ.

Im Rahmen von "Kunst und Kultur am Schloss" beteiligte er sich im vergangenen Jahr am parallel auf dem Schlossplatz stattgefundenen Bildhauersymposium, das unter das Motto "Begegnung" gestellt war. Seine im Zuge des Symposiums von Passanten beschriebene Kalksteinstele aus den Schriftspuren der Passanten arbeitete Herzog ein umlaufendes Relief heraus war anschließend ein Jahr lang gemeinsam mit den anderen entstandenen Skulpturen vor dem Kornhaus präsent. Wenn auch Jochen Herzog als engagiertes Mitglied des Kunstvereins ein fester Bestandteil der örtlichen Kunstszene ist, darf er dennoch nicht als ausschließlich lokales Phänomen gehandelt werden. Als Beleg dafür sei unter anderem auf seine künstlerische Beteiligung mit der Gruppe "Gestalter 21" im Rahmen der aktuellen Landesgartenschau in Heidenheim verwiesen.