Lokale Wirtschaft

Handwerkerservice für Senioren

Kooperationsprojekt von Kreisseniorenrat und Kreishandwerkerschaft

Die „Generation 50+“ ist eine neue Zielgruppe mit besonderen Ansprüchen an Komfort und Qualität, aber auch an Beratungs- und Planungskompetenz. Dem trägt die Kreishandwerkerschaft nun Rechnung.

Kreis Esslingen. Der demografische Wandel ist längst keine Theorie mehr: Immer mehr Menschen werden immer älter. Sie haben besondere Ansprüche. Gleichzeitig ist diese Generation aber auch eine Zielgruppe mit einer überdurchschnittlich hohen Kaufkraft. Es besteht die Bereitschaft, zu investieren, um möglichst lange in den eigenen vier Wänden bleiben zu können. Die Selbstständigkeit soll möglichst lange erhalten werden.

Für den Kreisseniorenrat Esslingen und die Kreishandwerkerschaft Esslingen-Nürtingen lag es nahe, dieses Thema aufzugreifen und zusammen mit der Wohnberatung des Landkreises Esslingen das Projekt „Service plus“ vorzubereiten und zu starten. Mit einer Umfrage bei den Innungsmitgliedern konnte der Bedarf an speziellen Kenntnissen für die Beratung von Senioren bei den Handwerksbetrieben und Dienstleistern festgestellt werden. Ein von allen Partnern besetztes Projektteam erstellte eine Schulungskonzeption, entwarf die Bedingungen für die Zertifizierung und nahm eine Reihe von fachkundigen Referenten unter Vertrag.

Inzwischen hat das zweite Qualifizierungsseminar stattgefunden. Bei dieser eintägigen Grundschulung wurden Themen behandelt wie barrierefreies Bauen, Wohnungsanpassung, Wohnberatung oder rechtliche Fragen. Im Praxisteil konnte erlebt werden, wie Menschen mit Einschränkungen ihren Tagesablauf meistern müssen. Hierfür durften die Teilnehmer in den Alterssimulationsanzug schlüpfen und Treppen steigen. Außerdem setzten sie sich in einen Rollstuhl.

Mit der Erklärung der Zertifizierungsbedingungen, der Vorstellung der geplanten Fortsetzung der Seminare und der Überreichung der Zertifikate konnte das Seminar abgeschlossen werden. Somit sind im Kreis Esslingen 30 Fachbetriebe der Branchen Bauschlosserei bis Zimmerei qualifiziert und berechtigt, das Zertifikat „Geschulter Fachbetrieb Service plus“ anzuwenden. „Erfreulich für uns örtliche Handwerksunternehmen ist, dass durch diese Kooperation zwischen Kreisseniorenrat und Kreishandwerkerschaft eine Lücke im Angebot zur Sicherstellung einer möglichst langen Selbstständigkeit von älteren Menschen in ihren eigenen vier Wänden geschlossen werden kann“, so ein Schulungsteilnehmer.

Weitere Qualifizierungsseminare sind für 17. Januar, 7. und 28. März geplant. Interessierte Betriebe können sich unter Telefon 07 11/35 93 73, anmelden. pm

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