Kirchheim

Hier wird Helfen groß geschrieben

Arbeitsleben Erfahrung und Pluspunkte für die Zukunft sammeln. Das bietet ein Freiwilliges Soziales Jahr allen, die sich sinnvoll engagieren wollen. Von Philipp Duba

Gut gelaunt: Jannik Kvitta bei der Arbeit in der Werkstatt der Stiftung Tragwerk in Kirchheim.Fotos: Jean-Luc Jacques
Gut gelaunt: Jannik Kvitta bei der Arbeit in der Werkstatt der Stiftung Tragwerk in Kirchheim.Fotos: Jean-Luc Jacques

Oftmals bietet sich ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) als Überbrückung zwischen Schule und Berufsleben an. Genauso war es auch bei Jannik Kvitta und Nico Hagmeier. Sie haben sich für ein FSJ bei der Stiftung Tragwerk in Kirchheim entschieden. Die Einrichtung bietet eine breit gefächerte Auswahl mit Wahlmöglichkeiten zwischen der Tagesgruppe, den Wohngruppen, der Haustechnik, den Fahrdiensten, der Altenhilfe und der Hauswirtschaft.

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Jannik Kvitta und Nico Hagmeier sind beide dort beschäftigt, jedoch mit dem Unterschied, dass Letzterer bereits im Juli sein FSJ abgeschlossen hat. Die Besonderheit: Er hat sich dazu entschlossen, weiterhin bei der sozialen Einrichtung zu bleiben. Er hat an Ort und Stelle eine Ausbildung zum Altenpfleger angefangen. Im FSJ kam Nico bereits mit vielen Themen in Berührung, die heute in seiner Ausbildung eine Rolle spielen. Damals hat er mit dem Auto Essen in die verschiedenen Einrichtungen gefahren. Außerdem hat er dabei geholfen, Gerichte vorzubereiten. Darüber hinaus hat er sich an der Betreuung von älteren Menschen beteiligt. Der Beruf des Altenpflegers verlangt natürlich noch ein ganzes Stück mehr ab: Hilfe beim Aufstehen der Betreuten sowie eine individuelle Pflege, Terminplanung und vieles mehr.

Sein Tag beginnt in der Regel um sieben Uhr am Morgen. Zunächst versorgt er mit den anderen Altenpflegern im Tragwerk die insgesamt 20 Bewohner. Ein Beruf, bei dem ohne Nächstenliebe und Geduld nichts geht. Für Nico Hagmeier ist sein Job ein sehr zufriedenstellender Arbeitsplatz, „an dem man sich gegenseitig hilft und aufeinander eingeht“. Deshalb betont der Auszubildende: „Ich kann eine solche Stelle jedem empfehlen, der auf der Suche nach einem FSJ ist.“

Genau dafür hat sich Jannik Kvitta entschieden. Er absolviert bis Sommer ein FSJ im Bereich der Haustechnik im Tragwerk. Von defekten Heizkörpern bis zu kaputten Türrahmen ist er für alle notwendigen Reparaturen auf dem Gelände zuständig. Dabei lernt er den richtigen Umgang mit Werkzeug und Elektrogeräten.

Durch eine Spendenaktion seiner ehemaligen Schule an die Stiftung ist er auf das FSJ aufmerksam geworden. „Von da an habe ich gewusst, dass es so etwas hier in der Nähe gibt“, fährt Jannik fort. Letztlich hat ihn eine Anzeige in einer alten Teckboten-Ausgabe auf die Homepage der Stiftung Tragwerk gebracht. Nun ist er seit vergangenen September Teil eines Zwölf-Mann-Teams. „Morgens bekomme ich meine Aufträge und weiß dann, was ansteht“, beschreibt Jannik seinen Tagesablauf, der ebenfalls um sieben Uhr morgens beginnt.

„Danach habe ich zwar eine kaufmännische Ausbildung geplant, aber bislang gefällt mir das Jahr sehr gut und bereitet mir Spaß“, stellt Jannik fest. Er kann sich auch durchaus vorstellen, wieder hierher zurückzukehren, da er die „abwechslungsreiche Arbeit“ sehr zu schätzen weiß. Jedem anderen würde er ebenfalls zu einem FSJ raten und konnte bisher schon zwei Freunde dazu motivieren. „Man wird ernst genommen und hat das Gefühl, wirklich gebraucht zu werden. Das ist ein guter Übergang ins Berufsleben“, sagt er abschließend.

Jürgen Knodel, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Tragwerk in Kirchheim, ist mit beiden sehr zufrieden. „Es ist uns sehr wichtig, jungen Menschen erste Berührung mit dieser Arbeit zu verschaffen“, erklärte er und hat das Ziel, möglichst viele in diese Richtung zu führen. Er schätzt zudem, „dass der Kontakt zu den FSJlern oft bestehen bleibt, egal ob sie danach studieren oder etwas anderes lernen“. Zum Schluss fasste er die Tätigkeiten in sozialen Einrichtungen als „eine schöne Form von öffentlicher Arbeit“ zusammen und ist davon überzeugt, dass ein FSJ etwas Sinnvolles ist und dazu beiträgt, persönlich vorwärts zu kommen.

Bufdis  bei Tragwerk im Bodelschwinghweg 28.
Bufdis bei Tragwerk im Bodelschwinghweg 28.