Lokale Kultur

Hochkarätige Blasmusik mit großer Bandbreite

WEILHEIM Vom Bodensee bis Franken, vom Breisgau bis zum Bayrischen Wald sind die Busse des Heeresmusikkorps 10 unterwegs, um die Soldatinnen und Soldaten zu ihren

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USCHI NEROLADAKIS

zahlreichen Auftritten zu bringen, die nicht nur einen repräsentativen Zweck haben, sondern auch zahlreiche Wohltätigkeitskonzerte umfassen. Auch nach Weilheim waren zwei Bundeswehr-Busse aus Ulm gekommen. In Zusammenarbeit mit dem Musikverein Stadtkapelle Weilheim fand in der Limburghalle ein Wohltätigkeitskonzert zu Gunsten der AMSEL, des Verbandes an Multipler Sklerose erkrankter Menschen, statt, bei dem das Heeresmusikkorps auf jegliche Gage verzichtete.

Die Idee und Organisation des Abends war Wilhelm Schwarz von der Stadtkapelle Weilheim zu verdanken. Die Schirmherrschaft für den Abend hatte Bürgermeister Hermann Bauer übernommen, der die zahlreichen Gäste mit den Worten "Musik und Gesang wischen den Staub des Alltags von der Seele" begrüßte. Helene Schweikart, Kontaktgruppen-Leiterin bei der AMSEL zeigte sich sehr erfreut über die Initiative, denn nur mit Spenden kann die Selbsthilfegruppe ihre Aktionen und Dienste für die kranken Menschen auf die Beine stellen.

Wie es sich für ein Militärorchester geziemt, begann das Konzert mit einem Marsch. Es erklang "In Treue fest!" von Carl Teike. Ihm folgte der "zweite Walzer" von Dimitri Schostakowitsch, ein melancholisches Stück aus der Jazz-Suite Nr. 2. Eine anspruchsvolle Komposition für symphonisches Blasorchester von Philip Sparke "The Year of the Dragon" entführte die Zuhörer nach Wales mit seinen herben Landschaften und festlichen Traditionen. Eine weitere Demonstration ihres vielfältigen Könnens zeigten die rund 60 Musikerinnen und Musiker daraufhin mit mitreißenden Melodien aus dem Musical "42nd Street". Mit dem Marsch "Jubelklänge" von Ernst Uebel wurde der erste Teil des Konzerts beendet.

Der nächste Marsch "His Honour" von Henry Fillmore war allerdings nicht zum Marschieren geeignet, "es sei denn, man wäre auf der Flucht" wie Moderator Thomas Schütte erklärte. Er begleitete das Publikum mit interessanten Informationen und launigen Sprüchen durch den Abend. Aus der Feder des berühmten Jazz-Pianisten Errol Garner stammt der Swing-Titel "Misty", den das Orchester unter der Leitung seines Dirigenten Hauptmann Christian Weiper gefühlvoll interpretierte. Der Solist an der Posaune, Hauptfeldwebel Anton Müller, bekam nicht nur vom Publikum, sondern auch von den Musikern reichlich Beifall. Es folgte ein überaus amüsantes Stück von Leroy Anderson, der für seine skurrilen Kompositionen bekannt ist. Anderson schrieb unter anderem Stücke für Orchester und Staubsauger oder auch für Schreibmaschine, wobei Letzteres durch die Interpretation von Jerry Lewis bekannt wurde. Beim "Sandpaper Ballet" hatten sich die Schlagzeuger Sandpapier an Stiefeln befestigt, die sie nun rhythmisch mit Bürsten bearbeiteten. Ein weiterer Höhepunkt des Abends folgte mit einem Strauß amerikanischer Swing-Titel, wobei der Hornist Hauptfeldwebel Günter Goldammer nicht nur den Beweis antrat, dass er mehr Töne als der gleichnamige Vogel hervorbringen kann, sondern sogar mit einer goldenen Kehle und reichlich Show-Talent begabt ist.

Das Orchester begleitete mit sattem Big-Band-Sound Titel von Frank Sinatra, Sammy Davis jr. und Louis Armstrong. Mit dem "Zeppelin-Marsch", wiederum von dem Ulmer Komponisten Carl Teike, dem dann als Zugabe noch der beliebte, zum Mitklatschen auffordernde Radetzky-Marsch von Johann Strauß folgte, beendete das Heeresmusikkorps 10 diesen Konzertabend mit hochkarätiger Blasmusik und beeindruckender musikalischer Bandbreite.