Lokale Kultur

Hochkarätige Chorarbeit

KIRCHHEIM Mit einem anspruchsvollen Konzertprogramm repräsentativer geistlicher Chormusik wurde in der Ötlinger Johanneskirche Gertrud Find geehrt, die auch die

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FLORIAN STEGMAIER

musikalische Leitung dieser Geistlichen Abendmusik inne hatte. Über vierzig Jahre lang war sie die Leiterin des Ötlinger Kirchenchores, mit dem sie unzählige Gottesdienste mitgestaltet und zahlreiche Konzerte gegeben hat. Mit der Geistlichen Abendmusik, die die Hörer in der voll besetzten Johanneskirche musikalisch durch das Kirchenjahr führte, und somit, wie es Pfarrer Wilhelm Keller in seinen einführenden Worten formulierte, eine "Zusammenfassung ihres Wirkens" darstellt, legt Gertrud Find ihre verdienstvolle Tätigkeit nieder, um in den Ruhestand zu gehen.

Eine Gelegenheit für Gertrud Find, sich auch bei den Freunden der Ötlinger Kirchenmusik für die jahrzehntelange Treue zum Chor herzlich zu bedanken, insbesondere für deren regelmäßiges Erscheinen zu den Abendmusiken. Ihr Dank galt auch den zahlreichen Vokal- und Instrumentalsolisten, mit denen der Chor gemeinsam musizieren durfte, sowie der Kirchengemeinde und natürlich dem Ötlinger Kirchenchor selbst, für seinen "immerwährenden Einsatz".

Die Hörer kamen in den Genuss eines geistlichen Chorkonzerts, das von der Adventszeit beginnend, musikalisch durch die zentralen Stationen des Kirchenjahres führte und dabei sakrale Werke aus nicht weniger als fünf Jahrhunderten bot. Einzelne Höhepunkte herauszugreifen ist fast schon müßig, bewegte sich die konzertante Darbietung durchweg auf einem ansprechend hohen Niveau. Bedenkt man, dass die Mehrzahl der Ötlinger Choristen aus sangesbegeisterten Amateuren besteht Amateur im besten Sinn des Wortes , kann dies als klares Indiz für die hochkarätige Chorarbeit gewertet werden, die Gertrud Find dem Klangkörper in ihrer langen Amtszeit angedeihen ließ.

Dennoch seien stellvertretend für den Abend wenigstens einige Werke genannt, so etwa Hugo Distlers "Selig sind die Toten", eine Komposition, in der der Chor nicht nur mit einem anspruchsvollen dreistimmigen Satz konfrontiert ist, sondern auch der jungen Sopranistin Melanie Schallenmüller einen reizvollen, mit Bravour gemeisterten Solopart bot. Auch die weiteren Vokal- und Instrumentalsolisten, die zum Gelingen des Konzerts beitrugen, seien erwähnt: Peter Schinko (Bass), Friedrich Grötzinger und Sonja Berger (Violine), Wiltrud Zink und Claudia Henning (Viola), Friedrich Spieth (Fagott) sowie Christian Weeth an der Orgel.

Mendelssohns "Ehre sei dem Vater", das Gloria patri aus opus 69, 1 bildete letztlich den gelungenen Abschluss eines reizvollen, historisch facettenreichen Konzerts und vor allem einer schönen Würdigung für das jahrzehntelange kirchenmusikalische Wirken von Gertrud Find.